Umfrage - Rezession in Deutschland schwächt sich leicht ab

Dienstag, 24. März 2009, 09:28 Uhr
 

Berlin, 24. Mär (Reuters) - Der Abschwung in der deutschen Privatwirtschaft schwächt sich einer Umfrage zufolge etwas ab. Sowohl in der Industrie als auch bei den Dienstleistern schrumpften die Geschäfte im März zwar erneut deutlich, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Markit-Einkaufsmanagerindex hervorgeht. Das Tempo des Abschwungs war den vorläufigen Daten zufolge aber geringer als im Vormonat. Die Firmen profitierte dabei vor allem von einer Entspannung bei den Neuaufträgen. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen "Made in Germany" war zwar erneut rückläufig, aber nicht mehr so stark wie in den Monaten zuvor.

Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg auf 32,4 Punkte von 32,1 Zählern im Vormonat und legte damit bereits den dritten Monat in Folge leicht zu. Von Reuters befragte Experten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 32,0 Punkte gerechnetECONDE. Damit signalisiert das Barometer aber weiter ein starkes Schrumpfen der Industrie - erst ab einem Indexstand von über 50 Punkten wird Wachstum angezeigt. Zudem schlägt die Rezession immer mehr auf den Arbeitsmarkt durch: Die Firmen bauten so viele Stellen ab wie nie zuvor in der Geschichte der Umfrage.

Bei den Dienstleistern stieg der Einkaufsmanagerindex leicht auf 41,7 Punkte von 41,3 Zählern im Februar. Er blieb damit aber in der Nähe seines Rekordtiefs. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Rückgang auf 41,0 Punkte erwartet. Die Auftragsbücher der Betriebe leerten sich nicht mehr ganz so schnell wie im Vormonat, und die Unternehmen drosselten ihren Arbeitsplatzabbau. Allerdings schauen die Unternehmen wieder etwas pessimistischer in die Zukunft und erwarten ein etwas stärkeres Minus als in den vergangenen beiden Monaten.

Die deutsche Wirtschaft steckt derzeit in der schwersten Rezession seit der Gründung der Bundesrepublik. Volkswirte bei Banken und Forschungsinstituten erwarten für das laufende Jahr ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um bis zu sieben Prozent.

(Reporterin: Christina Amann; redigiert von René Wagner)