DZT - Deutschland-Tourismus bekommt Wirtschaftskrise zu spüren

Donnerstag, 5. März 2009, 17:30 Uhr
 

Frankfurt, 05. Mär (Reuters) - Der Tourismus in Deutschland dürfte nach Einschätzung der Tourismus-Marketingzentrale DZT im laufenden Jahr unter der weltweiten Wirtschaftskrise leiden. Durch die schwache Konjunktur sinke insbesondere die Nachfrage nach Geschäfts- und Kurzreisen. Die Übernachtungen in der Bundesrepublik dürften dadurch um zwei Prozent zurückgehen, sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus, Petra Hedorfer, am Donnerstag in Frankfurt. Im Vorjahr war die Zahl der Übernachtungen noch um 2,1 Prozent gestiegen.

"Die weltweite Wirtschaftskrise hat den internationalen Tourismus erreicht", sagte Hedorfer. Nach Angaben der Tourismusorganisation UNWTO schrumpfte der weltweite Tourismus in der zweiten Jahreshälfte 2008 um ein Prozent, nach einem Zuwachs von fünf Prozent im ersten Halbjahr. Eine Erholung könne auch 2009 noch auf sich warten lassen, sollte sich das Wirtschaftsumfeld nicht bessern, hatte die UNWTO im Januar prognostiziert.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Reiseverhalten seien derzeit schwer vorauszusagen, sagte Hedorfer. Der Trend gehe zu kürzeren und billigeren Urlauben in Nahzielen. In der Rangfolge der beliebtesten Urlaubsländer in Europa nimmt Deutschland nach Spanien und Frankreich den dritten Rang ein. Im vergangenen Jahr seien bereits weniger Touristen aus Spanien, Großbritannien und den USA nach Deutschland gereist - Länder die von der Finanzkrise besonders stark betroffen sind.

Die Deutschen selbst sind bei der Buchung ihres Sommerurlaubs nach Angaben des Deutschen ReiseVerbands (DRV) weiter zögerlich. "Im Verhältnis zum Vorjahr liegen wir im Moment etwas zurück", sagte DRV-Präsident Klaus Laepple. Die beiden größten deutschen Touristikkonzerne TUI(TUIGn.DE: Kurs) und Thomas Cook(TCG.L: Kurs)(AROG.DE: Kurs) hatten zuletzt für den Sommer deutliche Buchungsrückgänge bekanntgegeben.

(Reporter: Eva Kühnen; bearbeitet von Angelika Gruber; redigiert von Ralf Banser)