Interessenten prüfen Bücher von Berliner Immobilien Holding

Freitag, 8. Mai 2009, 20:01 Uhr
 

Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Beim geplanten Verkauf der Berliner Immobilien Holding (BIH) trennt sich die Spreu vom Weizen. Eine Handvoll Bieter, die der Berliner Senat aus acht vorläufigen Angeboten ausgewählt hat, prüft derzeit die Bücher des milliardenschweren landeseigenen Immobilienkonzerns. In den nächsten Wochen werden verbindliche Angebote erwartet, wie ein Sprecher der Finanzverwaltung am Freitag sagte. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge sind zwei bis drei potenzielle Bieter im Rennen, darunter der Finanzinvestor Terra Firma[TERA.UL], dem bereits der Immobilienkonzern Deutsche Annington gehört. Terra Firma wollte sich dazu nicht äußern.

Ziel der Berliner Stadtregierung ist dem Bericht zufolge ein Brutto-Verkaufspreis von mehr als vier Milliarden Euro. Davon wird beim Land aber nur ein Bruchteil als Erlös bleiben, weil es wohl für einen Teil der milliardenschweren Risiken der BIH - wie Mietgarantien - einstehen muss. Der mittlerweile zur Bundesbank gewechselte Finanzsenator Thilo Sarrazin hatte einen Nettoerlös von mindestens 100 Millionen Euro genannt. In der Zwischenzeit lägen die Vorstellungen aber höher, hieß es in Senatskreisen. In der Holding sind ehemalige Immobilienfonds der zerschlagenen Bankgesellschaft Berlin gebündelt. Die Immobilien umfassen 4,7 Millionen Quadratmeter in ganz Deutschland.

Die Transaktion wäre einer der größten Immobiliendeals seit langem. Die Finanzverwaltung hält sich aber weiterhin offen, den Verkauf abzusagen. "Die Angebote müssen stimmen", sagte der Sprecher.

(Reporter: Alexander Hübner, redigiert von Georg Merziger)