Weltbank - Entwicklungsländer benötigen bis zu 700 Mrd Dollar

Sonntag, 8. März 2009, 19:06 Uhr
 

Dar es Salaam, 08. Mär (Reuters) - Im Kampf gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise benötigen Entwicklungsländer nach Einschätzung der Weltbank gigantische Finanzhilfen. Den Entwicklungsländern drohe eine Finanzierungslücke zwischen 270 und 700 Milliarden Dollar, warnte die Weltbank am Sonntag. Die Mittel internationaler Institution reichten nicht aus, um diesen Bedarf zu decken, erklärte die Bank in einem Schreiben, das beim Treffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) im April in London diskutiert werden soll.

Aufgrund der weltweiten Konsumflaute könnten Firmen aus Schwellenländer ihre Produkte immer schlechter exportieren und verkaufen, erklärte die Weltbank. Außerdem gingen die Überweisungen von im Ausland lebenden Arbeitern sowie Einnahmen durch den Verkauf von Rohstoffen zurück. Deshalb seien viele Ländern auf Finanzhilfen aus dem Ausland angewiesen. Am Dienstag hatte der internationale Währungsfonds erklärt, die ärmsten Länder der Welt würden wegen der Finanzkrise 2009 zusätzliche Hilfen zwischen 25 und 140 Milliarden Dollar benötigen.

Die Weltbank warnte besonders vor der Gefahr, dass auslaufende Kredite angesichts der Krise nicht verlängert werden können. Die Weltbank schätzt, dass in den Schwellenländern in diesem Jahr Kredite in Höhe von zwei bis drei Billionen fällig werden. Viele dieser Kredite seien von internationalen Großbanken in Fremdwährungen gewährt worden.

(Reporter: Lesley Wroughton; bearbeitet von Andreas Kröner)