Bund verteidigt Milliardenrettung der Hypo Real Estate

Freitag, 17. April 2009, 09:25 Uhr
 

Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Der Bund hat die milliardenschwere Rettung der Münchener Immobilienbank Hypo Real EstateHRXG.DE (HRE) verteidigt. Eine Insolvenz des Instituts hätte angesichts seiner Größe "substanzielle und kaum abschätzbare" Effekte auf die Interbanken- und Pfandbriefmärkte sowie auf die Vermögens- und Ertragslage diverser anderer Finanzinstitutionen gehabt, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Angebotsunterlage des staatlichen Banken-Rettungsfonds SoFFin für die Übernahme der HRE. Zudem hätte eine Pleite einen "gravierenden Vertrauensverlust" an den nationalen und internationalen Finanzmärkten zur Folge gehabt, da die Bereitschaft des Bundes zur Rettung sämtlicher deutscher Banken in Frage gestellt worden wäre.

Die HRE ist einer der größten Pfandbrief-Emittenten in Deutschland. Sie hat über 88 Milliarden Euro an Pfandbriefen im Umlauf, deckt also mehr als zehn Prozent des gesamten deutschen Marktes ab. Auch im Derivatehandel ist die HRE ein signifikanter Marktteilnehmer: Ende 2008 hatte das Derivatebuch ein Volumen von nominal 900 Milliarden Euro, wie aus der Angebotsunterlage hervorgeht. Ende des vergangenen Jahres wurden zudem 47 Milliarden Euro an unbesicherten Anleihen von Investoren gehalten.

Die HRE wird mit 102 Milliarden Euro Garantien künstlich am Leben gehalten. Rund die Hälfte der Summe kommt vom Bund, den Rest stellten andere Banken zur Verfügung. Der Bund will die HRE nun komplett in seinen Besitz bringen und hat den Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht.

(Reporter: Patricia Uhlig; redigiert von Olaf Brenner)