Schweden lehnt Einstieg bei GM-Tochter Saab weiter ab

Mittwoch, 18. Februar 2009, 11:14 Uhr
 

Stockholm, 18. Feb (Reuters) - Die schwedische Regierung lehnt auch nach der Vorlage eines Sanierungsplans der Opel-Mutter General Motors(GM.N: Kurs) einen Einstieg bei der GM-Tochter Saab ab. "Der schwedische Staat und die Steuerzahler werden keine Autofabriken besitzen", bekräftigte Industrieministerin Maud Olofsson am Mittwoch im Fernsehen. Die Gespräche mit GM und Saab über die geforderten Staatshilfen würden aber fortgesetzt. Die von der Regierung angebotenen Garantien für Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB) habe GM aber in den vergangenen Tagen abgelehnt, erläuterte Olofssons Staatssekretär Joran Hagglund. GM sehe darin keine Option.

Der schwer angeschlagene US-Konzern erklärte in der Nacht zum Mittwoch, er wolle die finanzielle Unterstützung für Saab zurückfahren und seine schwedische Tochter bis zum 1. Januar 2010 aus dem Konzern herauslösen. General Motors drohte zudem, zur Sanierung in Europa Fabriken zu schließen. GM sei an die europäischen Arbeitnehmervertreter herangetreten, um die Kosten um 1,2 Milliarden Dollar zu senken, teilte das Unternehmen mit. Das beinhalte mehrere mögliche Schließungen oder Abspaltungen von Werken an kostenintensiven Standorten. Weltweit will der Konzern 47.000 Stellen streichen. Zudem braucht der einst größte Autokonzern der Welt zum Überleben weitere Staatshilfen.

Auch in Deutschland gingen die Gespräche über Staatshilfen weiter, teilte GM mit. Opel hatte bereits im November eine Bürgschaft von Bund und Ländern über rund zwei Milliarden Euro beantragt, um sich für eine mögliche Insolvenz der Mutter zur rüsten.

(Reporter: Johan Ahlander, Niklas Pollard und Anna Ringström; bearbeitet von Christian Götz; redigiert von Alexander Ratz)