WAZ Mediengruppe kappt 300 Redakteursstellen

Mittwoch, 18. Februar 2009, 10:53 Uhr
 

Düsseldorf, 18. Feb (Reuters) - Die WAZ Mediengruppe will bei ihren nordrhein-westfälischen Blättern rund 300 Redakteursstellen einsparen. Auf betriebsbedingte Kündigungen solle aber verzichtet werden. Bislang sei rund 200 Mitarbeitern angeboten worden, in Altersteilzeit zu gehen oder einen Aufhebungsvertrag zu schließen, teilte die WAZ am Mittwoch mit. Nach früheren Angaben beläuft sich die Zahl der Stellen der betroffenen Titeln auf 900. Das schrumpfende Anzeigengeschäft infolge der schwachen Konjunktur macht den Verlagen derzeit massiv zu schaffen. Hinzu kommen sinkende Auflagenzahlen. Viele Medienhäuser setzen den Rotstift an.

Die WAZ will im laufenden Jahr 32 Millionen Euro sparen. Die überregionalen Teile der drei großen NRW-Blätter WAZ, Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung (NRZ) und Westfälische Rundschau (WR) sollen ab Frühjahr von einer gemeinsamen Redaktion produziert werden. Bisher hatte jede dieser Zeitungen eine eigenständige Vollredaktion. Die Westfalenpost soll als Sondermodell einer Heimatzeitung für Südwestfalen fortgeführt werden. Bis auf die WAZ schreiben die Blätter hohe Verluste wie nie.

"Jeder Titel soll seinen Weg aus den roten Zahlen finden", sagte Geschäftsführer Bodo Hombach. Auch die inhaltliche Qualität will das Management nach eigener Aussage steigern. Doppelarbeit soll vermieden werden, die Redakteure mehr Zeit zur Recherche haben. Das Haus werde sich von Lokalredaktionen trennen, wo Verluste in Millionenhöhe entstanden sind oder derzeit mehr als eine Lokalredaktion der WAZ-Gruppe besteht, hieß es bereits am Dienstag. Die Geschäftsführung hatte auch angekündigt, den Agenturanteil drastisch zurückzufahren. Den Vertrag mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verlängerte die Gruppe nicht. Damit alleine spart der Konzern nach Aussage der Geschäftsführung drei Millionen Euro jährlich.

(Reporter: Nikola Rotscheroth, redigiert von Olaf Zapke)