FOKUS 1-Leerstehende Wohnungen belasten Gagfah-Konzern

Donnerstag, 20. November 2008, 10:30 Uhr
 

Frankfurt, 20. Nov (Reuters) - Steigende Leerstände machen dem Wohnungskonzern Gagfah(GFJG.DE: Kurs) zu schaffen. Im dritten Quartal rutschte das Unternehmen wegen hoher Kosten zum Erhalt der unbenutzten Wohnungen und höherer Steuern in die Verlustzone. Unter dem Strich stand ein Minus von 16,3 Millionen Euro nach 70,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie Gagfah am Donnerstag mitteilte. Auch die Mieteinnahmen, die um sechs Prozent auf 252,8 Millionen Euro kletterten, glichen die höheren Kosten nicht aus. Zuletzt standen 4,7 Prozent der Gagfah-Wohnungen leer. Ende Juni waren es 4,6 Prozent.

Die Finanzmittel aus dem Geschäftsbetrieb (FFO), die die operative Entwicklung des Unternehmens abbilden, schrumpften deutlich auf 38,2 Millionen Euro nach 46,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dennoch bleibt die quartalsweise ausbezahlte Dividende unverändert bei 20 Cent je Aktie. Sie kommt hauptsächlich dem Finanzinvestor Fortress(FIG.N: Kurs) zugute, der die Mehrheit an der Gagfah hält.

Nach dem Gewinnrückgang schraubte Gagfah auch die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück. Der FFO werde 2008 bei 85 Cent je Aktie liegen und nicht wie bislang erwartet bei einem Euro je Anteilsschein. Der Leerstand soll auf unter 4,5 Prozent sinken und die Mieteinnahmen um über zwei Prozent steigen, bekräftigte das Unternehmen.

Der rund 175.000 Wohnungen umfassende Bestand von Gagfah befindet sich zu großen Teilen in Dresden und Berlin. Neben Einnahmen aus der Vermietung erzielt das Unternehmen auch Erlöse aus dem Verkauf von Wohnungen an die Mieter. In den ersten neun Monaten schlug der Konzern knapp 2000 Wohnungen los und gab sich auch für das vierte Quartal optimistisch. "Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage erhöhen wir unser Vertriebsziel von 2500 auf 3500 bis 4000 Wohnungen für das Gesamtjahr", sagte der für Deutschland zuständige Burkhard Drescher. An der Börse legte die Gagfah-Aktie um über vier Prozent auf 2,78 Euro zu.

(Reporter: Angelika Gruber; redigiert von Martin Zwiebelberg)