FOKUS1-Guttenberg will sich intensiv um Rettung von Opel bemühen

Sonntag, 22. Februar 2009, 05:52 Uhr
 

(neu: Oettinger)

Berlin, 22. Feb (Reuters) - Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will sich persönlich und intensiv für die Rettung des angeschlagenen Automobilbauers Opel einsetzen. "Ich werde meinen ersten Besuch in den USA im März nutzen, um weitere Gespräche mit entscheidenden Vertretern zu führen," sagte Guttenberg der "Bild am Sonntag". Mit US-Finanzminister Timothy Geithner habe er bereits eine informelle Arbeitsgruppe zwischen den USA und Deutschland eingerichtet.

Als Bedingung für eine Rettung des zu General Motors(GM.N: Kurs) gehörenden Rüsselsheimer Autobauers nannte Guttenberg ein tragfähiges Konzept: "Es ist dringend geboten, dass General Motors (GM, Europe) und Opel schnell ein substantielles Konzept vorlegen, wie sie auf einer wirtschaftlich gesunden Grundlage Arbeitsplätze sichern wollen."

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) betonte die Bedeutung von Opel für das Überleben der Muttergesellschaft: "GM kann ohne Opel nicht überleben, denn in Deutschland konstruiert Opel die modernsten GM-Autos." Rüttgers gab sich optimistisch, dass Opel gerettet werden kann. "Opel-Europa muss jetzt schnell handeln. Aber wenn wir alle zusammenstehen, dann kann eine Lösung gefunden werden." Der stellvertretende CDU-Vorsitzende verlangte, dass Opel einen "Zukunftsplan" erarbeiten müsse, "wie das Unternehmen mittel- und langfristig wettbewerbsfähig bleibt". Der Plan könne in Europa erarbeitet werden. Dabei gebe es keine Vorgaben. Auch neue Investoren, eine neue Rechtsform, eine Eigenständigkeit der Opel-Firma in ganz Europa, sogar die vollständige Herauslösung aus dem Konzern seien denkbar.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hält eine staatliche Beteiligung an Opel nur für theoretisch denkbar. "Es besteht jedoch die Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung zwischen den Autobauern. Hinzu kommt, dass staatliche Hilfen für den Mittelstand und das Handwerk undenkbar sind", sagte Oettinger der "Welt am Sonntag". Daher gehe es in dieser Frage auch um die "Gleichberechtigung zwischen den Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung."

(bearbeitet von Birgit Mittwollen)