FDP - HSH Nordbank braucht bis zu neun Milliarden Euro Kapital

Dienstag, 24. Februar 2009, 10:29 Uhr
 

Kiel, 24. Feb (Reuters) - Die HSH Nordbank[HSH.UL] braucht nach Einschätzung des FDP-Fraktionschefs im Kieler Landtag wesentlich mehr Eigenkapital fürs Überleben als bisher bekannt. In den nächsten vier bis fünf Jahren seien insgesamt acht bis neun Milliarden Euro notwendig, damit die Bank nachhaltig wieder schwarze Zahlen schreiben könne, sagte Fraktionschef Wolfgang Kubicki am Dienstag Reuters. Der bisher von der HSH Nordbank bezifferte Kapitalbedarf von drei Milliarden Euro reiche gerade aus, um das Geschäft in diesem Jahr am Laufen zu halten.

Die Landesbank fuhr 2008 wegen massiver Abschreibungen in Folge der Finanzkrise einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro ein. Die Landesregierungen in Schleswig-Holstein und Hamburg beraten zur Stunde über die Kapitalspritze von drei Milliarden Euro und zusätzliche Garantien von zehn Milliarden Euro. Es wird erwartet, dass sie der Bank das benötigte Geld zur Verfügung stellen. Die Parlamente der Länder müssen aber noch zustimmen. Kubicki sitzt für die FDP in der Opposition im Kieler Landtag. Kubicki kritisierte, das das Zukunftskonzept für die HSH Nordbank, das Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher vorgestellt habe, nicht tragfähig sei. "Bei dem Geschäftsmodell stimmt vieles hinten und vorne nicht", sagte er. Nonnenmacher habe für 2009 einen Verlust von einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt und für 2010 ein Minus von 750 Millionen Euro. Diese Prognose sei unrealistisch. "Was soll uns veranlassen zu glauben, dass 2009 besser wird als 2008", sagte Kubicki. Die Bank sei nach ihrer angekündigten Schrumpfkur außerdem viel zu klein, als dass sie allein weitermachen könne. Nonnemacher will die Bilanzsumme auf rund 100 Milliarden Euro halbieren. "Ich glaube, dass es am Ende darauf hinausläuft, dass die ganze Bank abgewickelt wird", sagte Kubicki. Die verbleibenden "guten" Teile könnten verkauft werden. Der Rest, den die HSH in eine Art "Bad Bank" auslagern will, müsse über die Zeit abgearbeitet werden.

(Reporter: Patricia Uhlig; redigiert von Patricia Gugau)