FOKUS 1-Energiekonzern E.ON hebt zum Februar Strompreis an
Düsseldorf, 25. Nov (Reuters) - Der Energiekonzern E.ON (EONGn.DE: Kurs) hebt zum 1. Februar die Strompreise an. Die sieben Regionalgesellschaften erhöhten ihre Tarife um 7,4 bis 9,2 Prozent, sagte ein Sprecher der Vertriebstochter am Dienstag. Dies macht dem Unternehmen zufolge bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden einen Aufschlag von etwa 60 bis 75 Euro aus. E.ON verwies darauf, dass zahlreiche Versorger ihre Strompreise anzögen. "Es ist die allgemeine Marktentwicklung in Deutschland, die auch von gestiegenen Beschaffungskosten geprägt ist." Den Gaspreis will E.ON hingegen nach der angekündigten Erhöhung im Dezember um zehn bis zwölf Prozent im Februar um vier Prozent senken.
Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox.de heben zum Jahresanfang mehrere hundert Versorger ihre Strompreise an. Die durchschnittliche Erhöhung liege bei zehn Prozent. Am Montag hatten die RWE(RWEG.DE: Kurs) Regionalversorger Westfalen-Weser-Ems und RWE Rhein-Ruhr für April einen Aufschlag von rund 6,8 Prozent angekündigt. E.ON und RWE hatten ihre Tarife zuletzt Anfang des Jahres erhöht und waren damit bei Verbraucherschützern und Politikern auf massive Kritik gestoßen. Anders als damals sind sie diesmal aber nicht der Branche vorausgegangen.
KEIN VERZICHT AUF GASPREISERHÖHUNG IM DEZEMBER
Während die Verbraucher beim Strom höhere Tarife hinnehmen müssen, werden diese beim Gas wegen des fallenden Ölpreises Anfang 2009 zurückgehen. "Wenn der Ölpreis auf niedrigem Niveau bleibt, werden wir die Preise im Frühjahr noch weiter senken", kündigte der E.ON-Sprecher an. Diese Absenkung könne höher ausfallen als die im Februar. Der Ölpreis ist seit seinem Höchststand von fast 150 Dollar je Barrel im Sommer wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung im Zuge der Finanzkrise um fast zwei Drittel zurückgegangen.
Auf den im Dezember geplanten Zuschlag will E.ON allerdings nicht verzichten. "Sie spiegelt das Rekordpreisniveau beim Öl aus dem Sommer wider und ist daher unvermeidlich", sagte der Sprecher. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hatte wegen des fallenden Ölpreises die Versorger aufgefordert, auf geplante Preiserhöhungen zu verzichten. In Deutschland ist der Gaspreis mit einer Verzögerung von rund einem halben Jahr an den Ölpreis gekoppelt.
(Reporter: Tom Käckenhoff; redigiert von Ralf Banser)
© Thomson Reuters 2012 Alle Rechte vorbehalten.

