Deutschland hat noch Probleme mit Korea-Freihandelsabkommen

Donnerstag, 26. Februar 2009, 18:42 Uhr
 

Berlin, 26. Feb (Reuters) - In den Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Südkorea beharrt die Bundesregierung auf ihren Forderungen. Das Abkommen müsse ein "ausgewogenes Ergebnis" für die Autoindustrie beinhalten, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach einem Treffen mit EU-Handelskommissarin Catherine Ashton am Donnerstag in Berlin. Vordringlich sei ein vollständiger Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse in Südkorea, die den deutschen Autobauern derzeit den Marktzugang behinderten. Zudem benötige die Branche eine angemessene Übergangszeit zur Anpassung an den Zollabbau, den das Abkommen vorsehe. Hier bestehe noch Nachbesserungsbedarf.

"Ich habe Kommissarin Asthon gebeten, diese Punkte in den weiteren Gesprächen mit den koreanischen Partnern durchzusetzen", erläuterte Guttenberg. Grundsätzlich unterstütze die Bundesregierung aber die Bemühungen für ein ambitioniertes Abkommen mit dem asiatischen Land.

Damit ist die EU-Handelskommissarin offenbar zunächst damit gescheitert, Deutschland zu einer Aufgabe seine bisherigen Blockadeposition zu bewegen. Asthon strebt an, die Vereinbarung im nächsten Monat unterschriftsreif zu haben. Noch Probleme haben nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich und Italien - ebenfalls Länder mit einer großen Autoindustrie. Hauptsächlich fürchtet man dort, dass die europäischen Autobauer als Gegenleistung für den Abbau von Importzöllen für koreanische Fahrzeuge nicht ausreichend Erleichterungen beim Marktzugang in Südkorea erhalten.

(Reporter: Gernot Heller; redigiert von Christian Götz)