Verdi fordert von Telekom "verhandlungsfähiges Angebot"
Düsseldorf, 27. Jan (Reuters) - Die Gewerkschaft Verdi hat vor Beginn der zweiten Tarifverhandlungsrunde bei der Deutschen Telekom(DTEGn.DE: Kurs) ihre Forderung nach 8,5 Prozent mehr Geld bekräftigt. Jahrelang sei den Beschäftigten einiges zugemutet werden, jetzt müssten sie am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben, forderte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder am Dienstag. "Das Unternehmen steht finanziell gut da. Wir erwarten, dass die Arbeitgeberseite ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt." Die Tarifparteien wollten am Dienstag in Köln zusammenkommen, für Mittwoch ist die Fortsetzung der Verhandlungen geplant.
Verhandelt wird für die Mitarbeiter der AG - im Wesentlichen das Festnetz- und Internetgeschäft und die Zentrale - sowie die Beschäftigten der drei 2007 gegründeten Service-Gesellschaften. Personalchef Thomas Sattelberger hatte bei einem maßvollen Abschluss eine Ausweitung des Kündigungsschutzes in Aussicht gestellt. In der AG gilt er bis Jahresende, bei den Service-Gesellschaften bis Ende 2012.
Für Verdi hat eine spürbare Gehaltserhöhung Vorrang. Seit 2004 habe sich das reale Einkommen der Beschäftigten um elf Prozent verschlechtert, die Zeiten des "Hochlohnlands Telekom" seien vorbei. "Es kann nicht nach dem Motto gehen: wir fordern 8,5 Prozent und einigen uns auf die Hälfte", umriss Schröder den Rahmen. "Entweder wir einigen uns schnell und einvernehmlich oder es wird lang und konfliktreich." Verhandlungsrunden sind bis Ende Februar angesetzt.
Begleitet vom ersten Streik der Firmengeschichte waren 50.000 Festnetz-Mitarbeiter in die Service-Töchter ausgegliedert worden. Sie müssen länger arbeiten und Gehaltseinbußen von 6,5 Prozent hinnehmen, die die Telekom ursprünglich nur bis Ende 2008 abfedern wollte. Im Vorfeld der Verhandlungen verzichtete der Konzern aber auf die erste Senkung um 2,17 Prozent. Verdi bezeichnete dies als "Mogelpackung", denn der Abschlag werde mit dem Ergebnis der Tarifrunde verrechnet. Die Gewerkschaft muss nun aus ihrer Sicht mindestens die 2,17 Prozent zuzüglich eines Inflationsausgleichs erreichen, damit die Lohnerhöhung real Wirkung entfaltet.
(Reporter: Nikola Rotscheroth, redigiert von Alexander Hübner)
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