WDHLG-FOKUS 2-Lufthansa treibt Zukäufe trotz Abschwung voran
(fügt ausgefallenes Wort "Milliarden" im vorletzten Satz ein)
Frankfurt, 29. Okt (Reuters) - Lufthansa(LHAG.DE: Kurs)-Chef Wolfgang Mayrhuber treibt trotz schwächelnder Geschäfte seine Übernahmepläne voran. Im Visier hat er vor allem die angeschlagene österreichische Fluglinie AUA(AUAV.VI: Kurs) und die italienische AlitaliaAZPIa.MI. Die AUA passe aufgrund ihrer Unternehmenskultur und Strategie gut zu Lufthansa, sagte er am Mittwoch. Auch in Italien hofft Mayrhuber auf einen Einstieg. Allerdings werde die größte deutsche Fluggesellschaft alle Zukäufe genau prüfen. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir uns keinen Mühlstein umhängen", sagte der Manager. Lufthansa kämpft derzeit mit der sinkenden Nachfrage nach Flugreisen, die auf dem Gewinn lastet.
Österreich will die AUA möglichst bis Jahresende verkaufen. Lufthansa ist einer der zwei verbleibenden Bieter für den Staatsanteil von 42 Prozent. Bei einer Übernahme fordert Mayrhuber, selbst Österreicher, eine "faire Verteilung" der 900 Millionen Euro Schulden, die die AUA angehäuft hat. Zudem müsse die Ertragsschwäche der AUA ausgeglichen werden. "Das schaffen wir am besten gemeinsam." Eine Garantie für den Bestand des Unternehmensstandorts Wien könne er nicht geben.
Die Regierung in Wien kam Lufthansa am Mittwoch entgegen. Sie will bei einem Verkauf bis zu 500 Millionen Euro der Schulden übernehmen. Dem muss aber die EU zustimmen, die dies als illegale Subvention sehen könnte.
Bereits in der Tasche hat Lufthansa die Mehrheit an der britischen Airline bmi[BMI.UL]. Voraussichtlich ab Januar wird die Fluggesellschaft den rund 50-prozentigen Anteil des Firmengründers Michael Bishop übernehmen und dann etwa 80 Prozent halten. Die restlichen Anteile gehören der skandinavischen Airline SAS(SAS.ST: Kurs). Die Zukunft von bmi, die wertvolle Start- und Landerechte am Flughafen London-Heathrow besitzt, ist jedoch noch offen. "Wir haben Ideen", sagte Mayrhuber. Interesse an einer Fusion mit bmi hat inzwischen der Konkurrent Virgin Atlantic[VA.UL] angemeldet.
Zudem dürfte Lufthansa zum Jahresende die verbleibenden gut 50 Prozent an der Regionalflugtochter Eurowings übernehmen. Der Gipsunternehmer Albrecht Knauf trennt sich von seinem Anteil.
PASSAGIERGESCHÄFT MACHT LUFTHANSA SORGE
Durch die Schieflage vieler Wettbewerber ergäben sich für Lufthansa zwar Übernahmechancen. Allerdings habe das Unternehmen nur begrenzte Ressourcen, nicht jeder Firmenkauf rentiere sich für Lufthansa, sagte Mayrhuber. Angesichts der rückläufigen Nachfrage nach Flugreisen will er vor allem die Erträge stabil halten. In den ersten neun Monaten brach das operative Ergebnis im Passagiergeschäft um 40 Prozent auf 460 Millionen Euro ein. Dabei hat die im Vorjahr übernommene Swiss noch einen Großteil der Rückgänge aufgefangen. Ohne sie wäre das Ergebnis sogar um 60 Prozent geschrumpft. Fortsetzung...

