Kreise - HSH muss Ausschüttung an stille Einleger stoppen

Dienstag, 24. März 2009, 17:49 Uhr
 

Hamburg, 24. Mär (Reuters) - Die schwer angeschlagene HSH Nordbank[HSH.UL] muss Kreisen zufolge auf Druck der EU womöglich die umstrittene Ausschüttung von 200 Millionen Euro an stille Einleger stoppen. "Der Vorstand steht unter extremem Druck aus Brüssel", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person am Dienstag zu Reuters. Das Institut habe den Banken-Rettungsfonds SoFFin deshalb gebeten, weitere zehn Milliarden Euro an Staatshilfen freizugeben. Von den von der HSH beim SoFFin insgesamt beantragten Garantien von 30 Milliarden Euro habe die HSH erst zehn Milliarden erhalten.

Die Freigabe der verbleibenden 20 Milliarden Euro mache der SoFFin von der Zustimmung der Länderparlamente von Hamburg und Schleswig-Holstein zu der von der HSH benötigten Kapitalspritze abhängig, sagte die Person mit direkter Kenntnis der Beratungen im Vorstand der Landesbank. Von dem Institut war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Das "Hamburger Abendblatt" berichtet vorab aus seiner Mittwochausgabe, der Bank sei von der EU zu verstehen gegeben worden, sie könne nicht Staatshilfe in Milliardenhöhe in Anspruch nehmen und gleichzeitig eine Dividende ausschütten.

Die HSH Nordbank hatte die trotz eines Milliardenverlusts geplante Ausschüttung damit begründet, dass die Anleger Gelder sonst abziehen könnten und sich für die Bank damit die Refinanzierung erschweren würde. Institutionelle Anleger, darunter große Versicherungen, hielten nach früheren Angaben stille Einlagen im Volumen von 900 Millionen Euro an der Bank.

Die HSH schrieb im vergangenen Jahr wegen massiver Abschreibungen in Folge der Finanzmarktkrise einen Vorsteuerverlust von 2,8 Milliarden Euro. Um überleben zu können, benötigt das Institut von seinen Eignern drei Milliarden Euro frisches Kapital sowie Garantien von weiteren zehn Milliarden Euro. Darüber beraten die Landesparlamente Hamburg und Schleswig-Holstein derzeit. Die beiden Bundesländer halten zusammen knapp 60 Prozent an der HSH. Weiterer Eigentümer ist der US-Finanzinvestor Christopher Flowers.

(Reporter: Jan Schwartz; redigiert von Martin Zwiebelberg)