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Deutsche Arbeitslosenzahl sinkt weiter - Aber Gegenwind 2017
30. November 2016 / 12:07 / vor 9 Monaten

Deutsche Arbeitslosenzahl sinkt weiter - Aber Gegenwind 2017

The Reichstag building is silhouetted during sunset in Berlin, Germany, November 24, 2016.Fabrizio Bensch

Nürnberg (Reuters) - Dank der guten Konjunktur hält sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter auf historisch niedrigem Niveau.

Die Arbeitslosenzahl sank im November nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 8000 auf 2,532 Millionen und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 1991. "Die Arbeitslosigkeit hat weiter abgenommen, und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf einem anhaltend hohen Niveau", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen in Nürnberg. Er räumte allerdings ein: "Der Beschäftigungsaufbau ist allerdings zuletzt ins Stocken geraten." Gegenwind am Arbeitsmarkt dürfte 2017 aufkommen, wenn die Verhandlungen über einen EU-Austritt Großbritanniens beginnen und der künftige US-Präsident Donald Trump einige seiner Ankündigungen wahr macht.

Auf dem Stellenmarkt hat Deutschland die Wirtschafts- und Finanzkrise in den vergangenen Jahren besser weggesteckt als andere Euro-Staaten. Ein Beschäftigungsrekord jagte den nächsten. Die Arbeitslosenquote fiel im November auf 5,7 Prozent und so auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sprach von einer stabilen Lage auf sehr hohem Niveau. "Dass jemand aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit fällt – dieses Risiko wird immer geringer", konstatierte die SPD-Politikerin.

TRUMP-EFFEKT DÜRFTE JOBMARKT EHER LANGFRISTIG BELASTEN

Klammert man die für die Jahreszeit üblichen Schwankungen aus, sank die Erwerbslosenzahl um 5000 und damit genau wie von Banken-Volkswirte erwartet. "Die deutsche Konjunkturlokomotive sorgt mit ihrem Tempo weiter für eine hohe Beschäftigung", sagte NordLB-Experte Stefan Große. "Eigentlich ist das ein Grund zum Feiern, wenn da nicht die aktuell sehr große Unsicherheit über die Zukunft wäre." Große nannte die Wahlen und Volksabstimmungen in Europa, den Vollzug des Brexits und die Amtsübernahme von Trump. BA-Chef Weise sagte, die von vielen befürchtete Abkehr Trumps vom Freihandel und andere Ankündigungen des Republikaners würden sich vorerst eher nicht auf das Geschäft deutscher Exporteure auswirken. "Auf längere Sicht wird das sicher Einfluss haben", betonte Weise aber.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank von August auf September saisonbereinigt um 6000. Eine Wende zum Schlechteren macht der BA-Chef dennoch nicht aus. Denn der deutsche Arbeitsmarkt sei "überragend gut" im internationalen Vergleich. "Die Erwartung ist, dass das 2017 gehalten werden kann", sagte Weise. Eine Steigerung sei aber nicht in Sicht. Die Wirtschaftsweisen rechnen für nächstes Jahr mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 12.000 im Jahresdurchschnitt, die Bundesregierung erwartet einen leichten Rückgang um rund 30.000 auf etwa 2,66 Millionen.

In den kommenden Monaten dürfte die Arbeitslosenzahl wie im Winter üblich zunehmen, sagte BayernLB-Fachmann Stefan Kipar. Auch dürften mehr Flüchtlinge nach Abschluss von Weiterqualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen in der Arbeitsmarktstatistik auftauchten.

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