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Unternehmen | Freitag, 22. Februar 2013, 11:45 Uhr

Air Berlin fliegt mit dünnem Finanzpolster - Aktie steigt

Frankfurt Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin fliegt trotz des ersten Gewinns seit Jahren weiter mit einem dünnen Finanzpolster.

Ende 2012 betrug die Eigenkapitalquote sechs Prozent, wie die Airline mitteilte. Ende 2011 waren es fünf Prozent. In der kapitalintensiven und risikoreichen Flugbranche ist das wenig - andere Airlines arbeiten mit 20 Prozent und mehr. Die Lufthansa etwa weist eine Quote von 29 Prozent aus.

Vergangenes Jahr landete Air Berlin dank des harten Sparkurses und hohen Erlösen aus dem Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad knapp in der Gewinnzone. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 6,8 Millionen Euro. Die Kosten konnte Air Berlin - wie geplant - um 250 Millionen Euro drücken. Für das Vielfliegerprogramm hatte die arabische Fluglinie Etihad 184 Millionen Euro an Air Berlin überwiesen bezahlt.

Anleger spendierten dennoch Applaus: Die SDax-Titel stiegen in der Spitze um 9,8 Prozent auf 2,57 Euro. "Auf den ersten Blick sehen die Zahlen besser aus als erwartet", kommentierte ein Händler den Kurssprung. "Aber jeder, der sich damit beschäftigt, erkennt, dass der Gewinn nur durch buchungstechnische Kniffe ausgewiesen werden konnte. Ich gehe davon aus, dass der Aktienkurs sehr schnell wieder fällt."

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