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Amokläufer spielte kurz vor Tat Killerspiel
14. März 2009 / 15:32 / vor 9 Jahren

Amokläufer spielte kurz vor Tat Killerspiel

Berlin (Reuters) - Der Amokläufer von Winnenden hat nach einem Magazinbericht wenige Stunden vor seiner Tat das Killerspiel “Far Cry 2” gespielt.

Nach Erkenntnissen der Ermittler habe der 17-Jährige am Abend vor der Bluttat in Winnenden um 19.30 Uhr das Spiel gestartet und um 21.40 Uhr seinen Computer abgeschaltet, berichtete “Der Spiegel” am Samstag vorab. In dem Spiel gehe es darum, in einem fiktiven afrikanischen Land einen berüchtigten Waffenhändler auszuschalten. Auch die Killerspiele “Counter-Strike” und “Tactical Ops” seien auf dem Rechner gefunden worden. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer will als Konsequenz aus dem Amoklauf mit 16 Toten über ein Verbot von Killerspielen und schärfere Waffengesetze beraten.

Laut “Spiegel”-Bericht soll sich der Junge im Internet mit Amokläufen beschäftigt haben. Demnach schreiben die Ermittler ihm folgenden Beitrag vom vergangenen August in einem Diskussionsforum über Schulmassaker zu: “Das witzige ist ja, selbst wenn diejenigen es ankündigen, glaubt es ihnen niemand.” Weiter heißt es unter Berufung auf die Ermittler, unter den rund 200 auf dem Computer des 17-Jährigen gefundenen Porno-Bilder seien 120 Bilder von gefesselten Frauen.

CSU-Chef Seehofer kündigte in der “Bild am Sonntag” an: “Ich will am Dienstag in meinem Kabinett über das Killerspielverbot, über die Aufbewahrung von Waffen und vor allem über mehr Prävention beraten.” Die Bundesregierung hatte am Freitag erklärt, sie sehe keinen Bedarf für Gesetzesverschärfungen, Killerspiele seien bereits verboten.

Widersprüchliche Aussagen gab es unterdessen darüber, ob der 17-Jährige in psychotherapeutischer Behandlung war. Die Polizei bekräftigte, der Jugendliche habe zwischen April und September 2008 mehrmals das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg aufgesucht. Dagegen haben seine Eltern nach einem “Focus”-Bericht Darstellungen widersprochen, ihr Sohn sei in Behandlung und deswegen in einer Klinik gewesen.

In Winnenden setzten Psychologen die Betreuung von Opfern und Angehörigen fort. “Ich kann Ihnen sagen, dass wir erschütternde Szenen bei der Betreuung erlebt haben”, sagte der Schulpsychologe Dieter Glatzer Reuters-TV. Der stellvertretende Winnender Oberbürgermeister Richard Fischer sagte, auch kommende Woche werde es keinen Unterricht in der Realschule geben, die der Amokläufer selbst besucht hatte und in der er um sich schoss.

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