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Insider - Pofalla soll Bahn-Vorstand für Politik werden
2. Januar 2014 / 15:53 / vor 4 Jahren

Insider - Pofalla soll Bahn-Vorstand für Politik werden

Berlin (Reuters) - Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla soll nach Angaben aus dem Bahn-Aufsichtsrat als Chef-Lobbyist in den Vorstand des Staatskonzerns einziehen.

Pofalla solle für politische Kontakte in Berlin und vor allem in Brüssel zuständig werden, sagten mit der Personalie Vertraute am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die “Saarbrücker Zeitung” (Freitagausgabe) hatte berichtet, für Pofalla werde ein entsprechendes Ressort geschaffen. Er könnte bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im März ernannt werden. Ein Bahn-Sprecher erklärte, das Unternehmen nehme zu Personalfragen grundsätzlich nicht Stellung.

Der CDU-Politiker Pofalla hat in der neuen Bundesregierung keine Funktion mehr. Kanzleramtschef ist nun Ex-Umweltminister Peter Altmaier. Pofalla hat aber ein Bundestagsmandat. Er hatte gesagt, er wolle mehr Zeit für sein Privatleben und nach einer Übergangsfrist in die Wirtschaft wechseln.

Der Wechsel aus der Regierung in die Wirtschaft sorgte zuletzt beim früheren Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, für Unruhe. Er ist bei Daimler ebenfalls für Politik zuständig. Das Kanzleramt hatte sich in den Streit mit der EU über neue Abgasnormen für Autos eingeschaltet, die für Daimler eine große Rolle spielen. Von Klaeden war trotz seines beabsichtigten Wechsels zu Daimler offenbar über Vorlagen im Zusammenhang mit den Diskussionen zumindest informiert. Der Politiker gab im November auch sein Amt im CDU-Präsidium auf.

STREIT MIT EU ÜBER BAHN-WETTBEWERB

Die Bahn hat seit dem Amtsantritt von Unternehmenschef Rüdiger Grube keinen Vorstand für Politik mehr. Grube wollte sich darum selbst kümmern. Vor allem lieferte sich das Unternehmen mit EU-Verkehrskommissar Siim Kallas Auseinandersetzungen. Kallas will die enge Verbindung zwischen dem staatlich subventionierten Schienennetz und dem Konzern aufbrechen, um Diskriminierungen von Wettbewerbern besser verhindern zu können. Eine komplette Abtrennung des Netzes hatten Kanzleramt und Bahn abgelehnt.

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