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Deutschland gegen Aufweichung von Gentechnik-Verbot in EU
11. Juni 2012 / 12:06 / vor 5 Jahren

Deutschland gegen Aufweichung von Gentechnik-Verbot in EU

Berlin (Reuters) - Deutschland stemmt sich gegen eine Lockerung des EU-Gentechnikverbots in Lebensmitteln.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner lehne die Aufhebung der Null-Toleranz-Grenze für nicht zugelassene genetisch veränderte Stoffe in Lebensmitteln ab, teilte der Sprecher der CSU-Ministerin am Montag in Berlin mit. Aigner wolle verhindern, dass ein Anteil dieser Stoffe in Lebensmitteln bis zu 0,1 Prozent künftig zulässig sei.

Im vergangenen Jahr hatte die Europäische Union den 0,1-Prozent-Grenzwert bei Tierfutter eingeführt. Die EU-Kommission will diese Regel nun auch auf Lebensmittel übertragen. In nächster Zukunft werden dazu Vorschläge von Verbraucherkommissar John Dalli erwartet.

Aigner argumentiert, sollte die Null-Toleranz-Regel fallen, werde den Verbrauchern die Wahlfreiheit genommen, vollkommen Gentechnik-freie Lebensmittel zu kaufen. Die Ministerin sieht sich auch juristisch gewappnet. Aus ihrer Sicht bestätigt das sogenannte Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs die Null-Toleranz-Regel. Das Gericht hatte den Verkauf von Honig mit Pollen aus Genmais im vergangen Jahr untersagt.

Die Lebensmittelindustrie dringt in Deutschland und anderen Ländern darauf, dass Spuren von nicht zugelassenen, genetisch veränderten Stoffen in Lebensmitteln erlaubt werden. Außerhalb Europas unterliegt der Handel mit genetisch veränderten Pflanzen und Pflanzenprodukten wesentlich geringeren Einschränkungen. In Südamerika und den USA werden auf großen Flächen seit Jahren unter anderem genveränderte Soja-Bohnen und Mais angebaut. Diese Pflanzen sind resistent gegen bestimmten Insekten- oder Pilzbefall. Verbraucherschützer fürchten jedoch unabsehbare Folgen durch das manipulierte Erbgut der Pflanzen.

Das Importverbot für Tierfutter mit Spuren von Gentechnik-Pflanzen wurde 2009 aufgehoben. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit zwischen den USA und der EU wegen des Importstopps von US-Sojabohnen. In der Folge erließ die EU die 0,1-Prozent-Grenze.

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