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Steinbrück will engen Schulterschluss gegen Finanzkrise
18. März 2008 / 10:19 / vor 10 Jahren

Steinbrück will engen Schulterschluss gegen Finanzkrise

Potsdam (Reuters) - Die schwere Finanzmarktkrise ist nach Worten von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nur durch einen engen Schulterschluss von Politik, Zentralbank und Kreditbranche zu bewältigen.

“Wir in Deutschland sind sehr stark darauf angewiesen, die gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Bundesbank, den jeweiligen Bankenverbänden und Bankeninstituten so dicht zu halten, dass wir die Folgewirkungen minimieren können”, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Potsdam. “Wir haben es mit einer der größten Finanzkrisen in den letzten Jahrzehnten zu tun.” Dass sie auch auf Deutschland ausstrahle, sei unverkennbar. “Auswirkungen auf die Realwirtschaft können nicht verleugnet werden.” Die deutsche Wirtschaft habe aber die Chance, besser durch die Krise zu kommen als die amerikanische.

“Ich bin froh, dass es am Wochenende in den USA zu Maßnahmen gekommen ist, um diese krisenhaften Zuspitzungen einzudämmen”, sagte Steinbrück. Die notleidende US-Investmentbank Bear Stearns war von ihrem Konkurrenten JPMorgan mit Hilfe der US-Notenbank FED übernommen und damit vor einem Zusammenbruch gerettet worden. Die Krise hat nach Steinbrücks Worten ihren Ausgangspunkt zwar in den USA genommen, inzwischen aber auch andere Teile der Welt in Mitleidenschaft gezogen.

Allzu große Ängste vor den Auswirkungen der Krise auf Deutschland versuchte Steinbrück zu dämpfen. Er sei aber weit davon entfernt, die Vorgänge zu verharmlosen. “Die richtige Nachricht ist, dass die deutsche Volkswirtschaft robuster aufgestellt ist als die amerikanische”, sagte er. Nach wie vor seien die ökonomischen Fundamentaldaten in Deutschland in Ordnung. Daher bestehe Anlass zur Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft “diese krisenhafte Zuspitzung” zumindest besser überstehe als die amerikanische. Immerhin habe das bisherige Krisenmanagement in Kooperation von Politik, Bundesbank und Finanzwirtschaft gut funktioniert. Steinbrück äußerte sich erstmals nach den Turbulenzen Ende vergangener und Anfang dieser Woche zur Finanzkrise und ihren Folgen.

Am Vorabend hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Regierungen und Zentralbanken zu “mutigen Schritten” gegen die Finanzmarktkrise aufgerufen. Regierungen müssten weltweit an einem Strang ziehen, um einen Teufelskreis zu verhindern, sagte er in Frankfurt. Um in den Märkten wieder Vertrauen zu schaffen, bedürfe es einer konzertierten Aktion von Regierungen und Zentralbanken. Es müsse alles getan werden, um die Abwärtsspirale zu stoppen.

Der Dax machte Dienstagfrüh sein 4,2-prozentiges Vortagsminus zur Hälfte wieder wett.

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