30. August 2013 / 15:04 / vor 4 Jahren

HSH Nordbank stimmt Eigner auf weitere Verluste ein

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People pass the HSH Nordbank building in downtown Hamburg, December 7, 2012.Fabian Bimmer

Hamburg (Reuters) - Neue Hiobsbotschaften aus Hamburg: Die HSH Nordbank rechnet wegen der Dauerkrise in der Schifffahrt und hoher Kosten für die Staatsgarantien vorerst nicht mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.

Zudem stellt sich das staatliche gestützte Institut darauf ein, dass sich bei den anstehenden Stresstests im kommenden Jahr weitere Löcher in der Bilanz auftun. Die Schifffahrtskrise, die das Geldhaus seit Jahren auf Trab hält, wird sich nach Einschätzung von Bankchef Constantin von Oesterreich frühestens 2015 entspannen.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters machte von Oesterreich am Freitag deutlich, dass das Ziel eines Gewinns im Jahr 2014 nur sehr schwer zu erreichen sein wird. Allein die Gebühren, die das Institut für den staatlichen Rettungsschirm an die beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein überweist, beliefen sich im kommenden Jahr auf 520 Millionen Euro, sagte von Oesterreich. "Eine solche Summe muss erst mal verdient werden." Hinzu komme, dass die Risikovorsorge in der Schifffahrt auch im kommenden Jahr hoch bleiben werde. "Auf der Basis wird es sehr anspruchsvoll, im nächsten Jahr schwarze Zahlen zu schreiben", erklärte der Bankchef.

Bislang war das kriselnde Institut davon ausgegangen, dass die Kreditvorsorge im nächsten Jahr sinkt und damit der Weg frei wird, um im Gesamtjahr Gewinne zu schreiben. Inzwischen zeichnet sich nach Einschätzung der Bank jedoch ab, dass sich die Schifffahrtsbranche auch im nächsten Jahr nicht erholen dürfte. "Es gibt nichts Positives über die Schifffahrt zu sagen. Auch wenn es hin und wieder Lichtblicke am Horizont gibt, so sind sie doch immer wieder schnell verschwunden", sagte von Oesterreich. Zudem schlagen zusätzliche Prämien für die wieder von sieben auf zehn Milliarden Euro aufgestockte Staatsgarantie zu Buche. Für das laufende Jahr werden dafür einschließlich Sonderzahlungen bereits 410 Millionen Euro veranschlagt. Seit April 2009 hat die sogenannte Zweitverlustgarantie die Bank drei Milliarden Euro an Prämien gekostet. Bei der Präsentation der Halbjahresbilanz ging von Oesterreich mit keinem Wort auf die korrigierte Prognose ein und wurde auch nicht von Journalisten danach gefragt.

Operative Erfolge Werden überlagert

Die HSH Nordbank leidet so stark wie kein anderes deutsches Kreditinstitut unter der Krise der Schifffahrt, die mit Überkapazitäten und hohen Treibstoffkosten zu kämpfen hat. Dadurch werden Fortschritte bei der Sanierung der Bank und ein besseres operatives Geschäft der Kernbank überdeckt. Im ersten Halbjahr verbuchte die HSH einen Konzernüberschuss von 90 Millionen Euro, zwei Drittel mehr als vor einem Jahr. Das wird aber nicht so bleiben: "In Summe werden die Ergebnisbelastungen im zweiten Halbjahr die operativen Erfolge der Kernbank übersteigen. Die Bank erwartet deshalb unverändert einen Konzernverlust für das Jahr 2013", prognostizierte der HSH-Chef.

Die Bank hatte zuletzt angekündigt, dass sie ab 2019 vermutlich bis zu 1,3 Milliarden Euro an Garantien in Anspruch nehmen wird. Dabei handelt es sich um die sogenannte Zweitverlustgarantie. Hamburg und Schleswig-Holstein, die zusammen 85 Prozent an der Landesbank halten, müssen dabei einspringen, wenn die Bank Verluste einfährt, die über dem vereinbarten Selbstbehalt von 3,2 Milliarden Euro hinausgehen. Von Oesterreich ließ durchblicken, dass die Inanspruchnahme der Garantie höher ausfallen könnte, falls die Schifffahrtskrise länger dauern sollte als erwartet. "Wenn sich die Schifffahrtssituation im Jahr 2015 nicht nachhaltig entspannt, wird es für alle Beteiligten schwierig."

Zudem fürchtet die Bank, dass bei den Stresstests vor dem Übergang der Bankenkontrolle an die Europäische Zentralbank (EZB) weiterer Risikovorsorgebedarf nötig werden könnte. "Wir gehen selber davon aus, dass das so ist", sagte von Oesterreich. Für 2013 habe die HSH deshalb erneut 1,2 Milliarden an Risikovorsorge eingeplant, im Wesentlichen für die Schifffahrt. Angesichts der derzeitigen Marktentwicklung sei davon auszugehen, dass diese Vorsorge auch benötigt werde.

Um die Landesbank zu stabilisieren, hatten Hamburg und Schleswig-Holstein kürzlich beschlossen, ihre Staatsgarantien für die Bank wieder auf zehn Milliarden Euro aufzustocken. Die EU-Kommission genehmigte dies vorläufig und prüft nun, inwieweit dies im Einklang mit den Beihilfevorschriften steht. Nach der letzten Prüfung hatte sich die HSH Nordbank aus der Flugzeugfinanzierung zurückziehen und ihr Schifffahrtsgeschäft verkleinern müssen, blieb bei Schiffsfinanzierungen aber führend. "Wir haben ein Problem, und das heißt Schiffe", brachte es Finanzchef Stefan Ermisch auf den Punkt.

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