1. Dezember 2016 / 11:57 / in 10 Monaten

Insider - Keine Stolpersteine mehr für Einigung bei Kaiser's

A sign reading 'Welcome!' is pictured in a German supermarket Rewe in Hanau, Germany, March 17, 2016. Rewe said it would file a complaint to the higher regional court in Duesseldorf after Economy Minister Sigmar Gabriel on Thursday approved a merger of rivals Edeka and Kaiser's. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Düsseldorf (Reuters) - Rewe und Edeka haben sind sich in ihren Verhandlungen über die Zukunft der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann mit über 15.000 Arbeitsplätzen Insidern zufolge grundsätzlich einig.

Die Frage, ob sich beide Seiten verständigen könnten, stelle sich nicht mehr, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. “Die Kuh ist vom Eis”, sagte einer der Insider. Es seien nur noch letzte juristische Details an den komplexen Verträgen zur Aufteilung von Kaiser’s Tengelmann zu klären. Offen sei, ob das Vertragswerk wie geplant bis Freitag oder erst in der kommenden Woche besiegelt werden könne. Die Mitarbeiter der gebeutelten Supermarktkette können damit darauf setzen, Weihnachten ohne Angst um ihren Arbeitsplatz feiern zu können. Sprecher von Edeka, Rewe und Tengelmann wollten die Angaben nicht kommentieren.

Rewe und Edeka hatten sich bereits auf die Aufteilung der Kaiser‘s-Tengelmann-Filialen verständigt. Demnach erhält Rewe in Berlin Zugriff auf Kaiser‘s-Tengelmann-Geschäfte. Der Gewerkschaft Verdi zufolge soll Rewe 60 Filialen in der Region erhalten, Edeka behält 61 Kaiser‘s-Tengelmann-Märkte. Dafür fließt früheren Angaben eines Insiders zufolge ein mittlerer zweistelliger Millionen-Betrag an Edeka. Die Hamburger erhalten den Löwenanteil der Märkte in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Nach einer Verständigung auf einen Vertrag muss das Wirtschaftsministerium dem Kompromiss noch zustimmen - es hatte mit der Sondererlaubnis von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Auflagen für den Erhalt der Arbeitsplätze und weitgehende Mitbestimmungsrechte erlassen. Diese müssen nun auch für die Märkte gelten, die an Rewe fallen. Auch Verdi und das Bundeskartellamt müssen grünes Licht geben. In Berlin-Brandenburg schloss die Gewerkschaft bereits eine Vereinbarung zum Erhalt der Arbeitsplätze in der Region, die nach dem Übergang der Märkte zu Rewe und Edeka greift.

Tengelmann-Chef Erivan Haub wollte Kaiser’s Tengelmann eigentlich als Ganzes an den Branchenprimus Edeka veräußern. Vor mehr als zwei Jahren hatte er die Transaktion besiegelt, Konkurrent Rewe hatte das Nachsehen. Das Bundeskartellamt legte sein Veto gegen die Pläne ein, doch Wirtschaftsminister Gabriel überstimmte die Wettbewerbshüter mit einer Sondererlaubnis. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wiederum legte diese Ministererlaubnis nach einer Klage von Rewe auf Eis. Ist die endgültige Übereinkunft besiegelt, soll Rewe die Klage gegen die Ministererlaubnis für die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka zurückziehen. Dann tritt Gabriels Ministererlaubnis in Kraft, Kaiser’s Tengelmann fällt dann an Edeka und die Hamburger reichen dann die Märkte in Berlin an Rewe weiter.

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