24. Juli 2009 / 09:11 / vor 8 Jahren

Ifo-Geschäftsklima signalisiert Konjunkturwende

Berlin (Reuters) - Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich den vierten Monat in Folge aufgehellt und signalisiert damit eine Konjunkturwende.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juli um 1,4 auf 87,3 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 86,5 Zähler gerechnet. Die 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr besser. “Es scheint, dass die Wirtschaft wieder Tritt fasst”, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) baute nach den Daten seine Gewinne aus und stieg zeitweise über 5300 Punkte. Der Eurokurs blieb nahezu unverändert.

Die Forscher gehen davon aus, dass Deutschland die Rezession im Sommer hinter sich lassen wird. “Wir werden im dritten Quartal wieder eine positive Wachstumsrate haben”, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger zu Reuters. Der Teilindex für die Aussichten stieg auf 90,4 Zähler von 89,5 Punkten. Die Geschäftslage sehen die Manager ebenfalls in günstigerem Licht: Das Barometer stieg auf 84,3 Punkte von 82,4 Zählern. Das Geschäftsklima hellte sich in Industrie, Baugewerbe und im Großhandel auf. Bei den Einzelhändlern trübte sich die Stimmung allerdings leicht ein, da die Geschäftserwartungen angesichts der zu erwartenden steigenden Arbeitslosenzahlen nach unten gingen.

Obwohl sich die Perspektiven der deutschen Wirtschaft deutlich aufgehellt haben, warnte das Ifo vor zuviel Euphorie. Die Wirtschaft werde nicht automatisch in einem Aufschwung münden, sagte Ifo-Experte Abberger. Die Lage sei noch immer ernst. Es gebe weiter große Risiken für die Konjunktur - vor allem durch vermutlich steigende Arbeitslosenzahlen und die restriktive Kreditvergabe der Banken. Die Firmen hätten nach dem Konjunktureinbruch aber wieder Boden unter den Füßen.

Auch Analysten sind optimistisch, dass die Konjunktur ihre Talfahrt beendet hat. “Die größte Abschwungdynamik der deutschen Wirtschaft liegt wohl hinter uns”, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg.

Die Industrie hatte zuletzt drei Monate in Folge steigende Aufträge verbucht. Produktion und Exporte legten ebenfalls zu. Zu Jahresbeginn war das Bruttoinlandsprodukt mit 3,8 Prozent so stark eingebrochen wie noch nie seit Einführung dieser Statistik 1970. Für das Frühjahrsquartal sagen von Reuters befragte Experten im Schnitt ein Minus von 0,4 Prozent voraus.

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