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Deutschland
Konjunktur | Montag, 26. November 2012, 15:09 Uhr

GfK: Konsumklima trübt sich vor Weihnachtsgeschäft leicht ein

Berlin Schuldenkrise und schwächere Konjunktur haben die Kauflaune der Deutschen kurz vor der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts gedrückt.

Das GfK-Konsumklimabarometer für Dezember fiel um 0,2 auf 5,9 Punkte, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag mit. Das ist der erste Rückgang seit Juni. "Die deutschen Verbraucher sind nach wie vor aufgrund der europäischen Schuldenkrise sowie der spürbar sinkenden Konjunktur verunsichert", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Kurz vor dem ersten Adventswochenende müssen sich die Einzelhändler aber nicht allzu große Sorgen machen. "Die Konsumneigung ist weiterhin sehr hoch", sagte Bürkl. "Die hohe Beschäftigung bändigt die Angst vor Jobverlust und fördert damit die Planungssicherheit." Wegen niedriger Zinsen sei das Sparen zudem wenig attraktiv. "Stattdessen tendieren die Konsumenten eher dazu, ihre finanziellen Ressourcen in werthaltige Anschaffungen zu investieren, als es den Banken zu überlassen."

REKORDUMSATZ IM WEIHNACHTSGESCHÄFT ERWARTET

Der Einzelhandelsverband HDE rechnet dieses Jahr mit einem Rekordumsatz im Weihnachtsgeschäft von 80,4 Milliarden Euro. Das wären 1,5 Prozent oder 1,2 Milliarden Euro mehr als 2011.

Das GfK-Barometer für die Einkommenserwartungen fiel im November um 12,1 auf 17,8 Punkte, blieb aber deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von null. "Die Deutschen gehen nach wie vor davon aus, dass ihre Einkommen künftig steigen werden", sagte Bürkl. "Da in den kommenden Monaten die Inflation nicht deutlich zunehmen wird, wird auch ein beträchtlicher Teil der Arbeitnehmer reale Zuwächse bekommen."

KONJUNKTUROPTIMISMUS NIMMT ZU

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen gab ebenfalls nach, blieb aber sehr hoch. Dieser Index fiel um 4,5 auf 29,4 Punkte. "Diese ausgeprägte Stabilität beruht in erster Linie auf den positiven Arbeitsmarktzahlen", sagte Bürkl.

Die Konjunkturaussichten schätzten die Verbraucher den dritten Monat in Folge etwas besser ein. Dieses Barometer kletterte um 1,2 auf minus 14,6 Zähler. Auch das Ifo-Geschäftsklima hatte sich zuletzt leicht aufgehellt, nachdem es sich zuvor sechs Monate in Folge eingetrübt hatte. Im dritten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt nur noch um 0,2 Prozent zugelegt. Für das Schlussquartal rechnen Experten bestenfalls mit Stagnation.

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