LBBW baut Gewinn deutlich aus - Umbau so gut wie durch | Reuters
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Unternehmen | Mittwoch, 27. Februar 2013, 17:58 Uhr

LBBW baut Gewinn deutlich aus - Umbau so gut wie durch

Stuttgart Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) erntet allmählich die Früchte ihres Konzernumbaus.

Vor allem dank des stabilen Geschäfts mit Firmenkunden in Baden-Württemberg hat das Institut seinen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als versechsfacht auf 398 Millionen Euro. Parallel habe die Bank ihre Risiken weiter abgebaut, sagte LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter am Mittwoch in Stuttgart. "Damit können wir heute sagen, dass wir die Restrukturierung weitgehend abgeschlossen haben."

Die LBBW, die sich einst mit riskanten Papieren verzockte und in der Finanzkrise vom Staat gerettet wurde, hatte 2011 nach drei Verlust-Jahren erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Hohe Abschreibungen im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise fraßen vor zwei Jahren aber einen Großteil des Gewinns auf. 2012 blieben die Stuttgarter von solchen Sonderbelastungen verschont - und profitierten von der Konzentration auf das Privat- und Firmenkunden im wohlhabenden Süden Deutschlands.

Während viele andere Institute 2012 die Vorsorge für Kreditausfälle erhöhten, sank die Risikovorsorge bei Deutschlands größter Landesbank um neun auf 143 Millionen Euro. "Hier spiegelt sich ungeachtet der konjunkturellen Eintrübung in Deutschland die robuste Verfassung der Unternehmen gerade in den Kernmärkten der LBBW wider", erklärte die Bank. Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid wertet den Gewinnsprung der LBBW als Beleg, dass die Neuaufstellung der Bank gelungen sei. "Die LBBW geht gestärkt und erfolgreich aus der Finanzmarktkrise hervor."

300 STELLEN FALLEN WEG

Bankchef Vetter warnt jedoch vor übertriebenen Erwartungen. "Wir sollten nicht zu viel jubeln, sondern weiterarbeiten." Er stellt sich auf ein "ausgesprochen anspruchsvolles Bankenjahr 2013" ein. Die europäische Staatsschuldenkrise könne sich wieder verschärfen. Außerdem drohten Belastungen wegen härterer Auflagen der Regulierer. "Das kann erhebliche Kosten mit sich führen". Schon 2012 habe die LBBW dafür rund 150 Millionen ausgegeben, davon 92 Millionen Euro für die Bankenabgabe.

Im vergangenen Jahr fuhr die Bank außerdem ihren Bestand an riskanten Papieren und Staatsanleihen aus Schuldenstaaten weiter zurück. Die LBBW-Bilanzsumme, die im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 336 Milliarden Euro schrumpfte, werde sich langfristig wohl bei rund 300 Milliarden Euro einpendeln, sagte Vetter. Er will die Risiken weiter abbauen, aber parallel im Geschäft mit Unternehmen und vermögenden Privatkunden wachsen - unter anderem im Bayern und Nordrhein-Westfahlen.

Die LBBW hat in den vergangenen Jahren mehr als 2400 Vollzeitstellen abgebaut und damit die Vorgaben des Umbauplans bereits weitgehend erfüllt. 2013 sollten allerdings nochmals rund 300 Arbeitsplätze wegfallen, kündigte Bankchef Vetter an - vor allem durch natürliche Fluktuation und das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern.

ANGST VOR AUFSEHERN

Die Kernkapitalquote der LBBW stieg im vergangenen Jahr um 2,4 Prozentpunkte auf 15,3 Prozent. Die LBBW-Eigentümer - das Land Baden-Württemberg, der Sparkassenverband Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart - haben kürzlich außerdem ihre Stille Einlagen in hartes Kernkapital umgewandelt, das von den Aufsehern als Sicherheitspuffer akzeptiert wird. "Damit sind wir gewappnet für die verschärften regulatorischen Anforderungen", sagte Vetter.

Von einem geplanten Gesetz zur Abtrennung riskanter Bankgeschäfte von Spareinlagen wird die LBBW nach Vetters Einschätzung nicht betroffen sei. Die vom finnischen Notenbankchef Erkki Liikanen erarbeiteten Vorschläge sehen die Abtrennung von spekulativen Geschäftsbereichen vor, aus denen sich die LBBW nach der Finanzkrise verabschiedet habe, sagte Vetter. "Auf Basis dessen, was Liikanen beabsichtigt, könne wir eigentlich nicht betroffen sein." Sicher sein könne man aber erst, wenn das Gesetz mit allen Details vorliege.

Über die Erholung der LBBW dürfen sich auch Eigentümer und Investoren freuen. Erstmals seit 2008 wird die LBBW wieder Stille Einlagen und Genussscheine bedienen. Insgesamt überweist das Geldhaus für 2012 rund 680 Millionen Euro an ihre Eigentümer.

- von Andreas Kröner

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