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Bundesregierung treibt Energiewende auf See voran
4. April 2017 / 15:04 / in 5 Monaten

Bundesregierung treibt Energiewende auf See voran

Wind turbines are pictured in RWE Offshore-Windpark Nordsee Ost in the North sea, 30 km from Helgoland, Germany, May 11, 2015.Christian Charisius/Pool

Hamburg (Reuters) - Die Bundesregierung und die maritime Wirtschaft wollen beim Klimaschutz an einem Strang ziehen.

Das Wirtschaftsministerium und die Branchenverbände VSM und VDMA starteten am Dienstag auf der 10. Nationalen Maritimen Konferenz in Hamburg eine Initiative, mit der die Energiewende auch in der Seeschifffahrt umgesetzt werden soll. Zugleich verabredeten Politik, Verbände und Gewerkschaften Maßnahmen, um die maritime Wirtschaft fit für die digitale Revolution zu machen.

Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid soll in den nächsten Jahren durch effizientere Dieselmotoren sowie spritsparende Hybridantriebe und Gasmotoren gesenkt werden. Langfristig wird angestrebt, fossile Kraftstoffe durch erneuerbare flüssige und gasförmige Kraftstoffe zu ersetzen. Frachter sollen in den Häfen verstärkt mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden und diesen nicht mehr aus umweltbelastendem Schiffsdiesel erzeugen. Die Bundesregierung stellt hierfür in den kommenden drei Jahren rund 130 Millionen Euro bereit.

Der Spritverbrauch soll zudem durch eine stärkere Vernetzung der Schifffahrt mit den Logistikunternehmen gesenkt werden. Dazu soll auch eine umfangreiche Auswertung von Daten zum Schiffs- und Motorenbetrieb beitragen. Mit Hilfe der Daten von Sensoren an Bord – etwa zur Maschinenleistung und zum Brennstoffverbrauch – können Reedereien ihre Schiffe effizienter einsetzen, früher Reparaturbedarf erkennen und Fahrstrecken ressourcenschonender planen. Ein permanenter Datenaustausch zwischen Schiffen, Terminals und Reedereien soll helfen, Reisegeschwindigkeit und Hafenanläufe zu optimieren.

WER HAT DIE NASE IM DIGITALEN RENNEN VORN?

"Wir stehen vor einer neuen digitalen Weltordnung", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei der Tagung. Der Wettbewerb finde nicht mehr nur zwischen Unternehmen, sondern auch zwischen Regionen und Staaten statt. Die bisherige Größe, Marktmacht oder Innovationsführerschaft von Unternehmen sei angesichts der digitalen Revolution nur noch eine Momentaufnahme.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries betonte, die Digitalisierung dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Gewerkschaften befürchten Stellenabbau, wenn immer mehr Tätigkeiten automatisiert werden. Zypries nannte die maritime Wirtschaft "eine Schlüsselbranche für unsere Exportnation". Die Vernetzung sei für den Wirtschaftsbereich mit seinen 400.000 Arbeitsplätzen und 50 Milliarden Euro Jahresumsatz das große Zukunftsthema. "Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, die Technologieführerschaft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern", gab Zypries als Ziel aus.

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