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INTERVIEW-RWE will volle Laufzeit von AKW Gundremmingen
27. Januar 2015 / 15:58 / in 3 Jahren

INTERVIEW-RWE will volle Laufzeit von AKW Gundremmingen

Düsseldorf (Reuters) - Der Energiekonzern RWE will trotz fallender Strom-Großhandelspreise sein vor dem Aus stehendes Atomkraftwerk Gundremmingen B nicht vorzeitig stilllegen.

A protester takes part at an anti-nuclear rally near the nuclear power plant Gundremmingen March 11, 2012, to mark the first anniversary of Japan's earthquake and tsunami that killed thousands and set off a nuclear crisis. REUTERS/Michaela Rehle (GERMANY - Tags: DISASTER POLITICS ENERGY) - RTR2Z73R

“Natürlich sinken auch für die Nuklearkraftwerke die Margen. Aber wir haben noch kein Niveau erreicht, dass wir jetzt an der Stelle Handlungsbedarf für vorzeitige Stilllegungen sehen”, sagte der Chef der Kraftwerkstochter RWE Generation, Matthias Hartung, am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. E.ON hat angekündigt, seinen Meiler in Grafenrheinfeld im Mai 2015 stillzulegen - sieben Monate früher als ursprünglich geplant.

Nach dem Atomausstiegsbeschluss muss der RWE-Meiler Gundremmingen B in Bayern Ende 2017 vom Netz - er ist damit auf der Ausstiegsliste der nächste nach dem E.ON-AKW in Grafenrheinfeld. E.ON hatte das frühere Aus seines Meilers damit begründet, dass die dort eingesetzten Brennstäbe nicht mehr bis Ende 2015 reichten. Doch wenn sie noch einmal ausgetauscht werden müssten, bevor das Kernkraftwerk in Nordbayern vom Netz gehe, sei die Anlage nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Denn beim Wechsel der Brennstäbe wird die Kernbrennstoffsteuer fällig, die es noch bis 2016 gibt.

RWE - BETRIEB VON AKW GUNDREMMINGEN B LOHNT SICH

“An den Rahmenbedingungen für 2017 in Bezug auf Gundremmingen hat sich nichts verändert”, sagte hingegen RWE-Kraftwerkschef Hartung. “Das haben wir uns angeschaut, da gibt es keinen Handlungsbedarf. Wir tauschen jährlich Teile der Brennelemente aus und berücksichtigen das natürlich auch bei unserer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.”

RWE machen wie der gesamten Branche die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Durch den Ausbau des Ökostroms und wegen der Überkapazitäten an Kraftwerken sind die Preise auf den tiefsten Stand seit elf Jahren gefallen. RWE, E.ON & Co legen reihenweise Gas- und Kohlekraftwerke still. “Die Situation hat sich aufgrund der Marktentwicklungen weiter verschlechtert” räumte Hartung ein, der seit Anfang 2013 die RWE-Kraftwerkstochter führt. “Wir überprüfen den Kraftwerkspark fortlaufend, aber zurzeit sind keine weiteren Stilllegungen geplant.” Er habe im Moment auch den Eindruck, dass bei den Strompreisen der Boden erreicht sei. Die Entwicklung sei aber noch unsicher. RWE hatte nach hohen Abschreibungen auf seine Anlagen 2013 einen Verlust von knapp drei Milliarden Euro eingefahren. Die Zahlen für 2014 legt das Management am März vor.

RWE hofft wie E.ON und zahlreiche Stadtwerke darauf, dass die Bundesregierung in einem sogenannten Kapazitätsmarkt den Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken zur Hilfe kommt. Die Bereitstellung einer sicheren Stromerzeugung rund um die Uhr müsse gesondert vergütet werden, da sie immer wieder für den schwankenden Ökostrom einspringen müsse. Die Bundesregierung zeigt allerdings bislang wenig Neigung zur Hilfe. “Versorgungssicherheit hat ihren Preis und deshalb sprechen wir uns für den Kapazitätsmarkt aus. Die aktuelle Marktentwicklung zeigt, wie wichtig es ist, diese Frage nicht in die weite Zukunft zu schieben”, betonte Hartung.

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