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Inland | Donnerstag, 7. Februar 2013, 11:37 Uhr

Schavan erhält Unterstützung aus der Wissenschaft

Berlin Die in der Plagiatsaffäre angezählte Bildungsministerin Annette Schavan bekommt Rückhalt aus der Wissenschaft.

Der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, kritisierte die Entscheidung der Uni Düsseldorf, Schavan den Doktortitel abzuerkennen. "Vom Verfahren her ist die Entscheidung der Uni Düsseldorf anzuzweifeln. Die Bewertung der fraglichen Textpassagen hatte nicht die nötige Tiefe", sagte Olbertz dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabmeldung. Auch der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, sagte dem Magazin am Rande einer Reise mit Schavan nach Südafrika: "Eine Ministerin muss man nach ihrer Kompetenz und Leistung beurteilen." In dieser Hinsicht gebe es keinen Grund zum Rücktritt.

Hingegen hatten der Deutsche Hochschulverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schavans Rücktritt gefordert. Der Rat der Philosophischen Fakultät der Düsseldorfer Universität hatte der 57-Jährigen am Dienstagabend den Doktortitel entzogen. Schavan habe "systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgegeben", die sie nicht selbst erbracht habe. Schavan will gegen die Aberkennung des Titels klagen.

Ihre politische Zukunft hat die Ministerin offengelassen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nicht klar zu Schavan als Ministerin bekannt. Über ihren Regierungssprecher sprach Merkel ihrer langjährigen Vertrauten zwar ihr "volles Vertrauen" aus. Regierungssprecher Steffen Seibert ließ Fragen zu Schavans Zukunft als Ministerin am Donnerstag aber unbeantwortet. Stattdessen verwies er auf ein Gespräch der beiden Politikerinnen, das nach Schavans Rückkehr aus Südafrika stattfinden soll. Sie wird am Freitagabend zurück in Berlin erwartet.

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