Unternehmen | Freitag, 30. November 2012, 09:15 Uhr

ThyssenKrupp entlässt Mitarbeiter bei Tochter wegen Untreue

Düsseldorf/Frankfurt Der Industriekonzern ThyssenKrupp hat mehreren Mitarbeitern seiner kleinen Tochtergesellschaft GfT Bautechnik wegen Untreue-Verdachts gekündigt und die Behörden eingeschaltet.

"ThyssenKrupp sieht sich selbst als geschädigt und hat bereits Schadensersatzansprüche gerichtlich geltend gemacht", teilte das Unternehmen am Freitag mit. Es seien "Unregelmäßigkeiten im Vertriebsgebiet Osteuropa der Gesellschaft festgestellt" worden. "Diese führten unter dem Gesichtspunkt der Untreue zur Kündigung der damals für diese Region verantwortlichen Mitarbeiter." Wegen der laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wolle ThyssenKrupp keine weitere Angaben machen.

Vorausgegangen waren interne Untersuchungen nach anonymen Hinweisen im Jahr 2010 auf angebliche Verstöße gegen Compliance-Regeln, wie ThyssenKrupp erklärte. Diese hätten sich zwar nicht bestätigt, allerdings seien im Zuge der Ermittlungen die Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Über die Untersuchung berichteten auch das "Handelsblatt" und die "WAZ". Beide Zeitungen schrieben von Geschäften in Kasachstan und anderen Ländern mit zweifelhaften Zahlungen in Millionenhöhe. Die Summe soll sich aus Scheinrechnungen und Provisionen zusammensetzen, für die im Gegenzug keine Leistungen erkennbar sein sollen.

Einer der entlassenen Manager - ein Sprecher sprach gegenüber der Zeitung von insgesamt sechs gekündigten Mitarbeitern - wies die Vorwürfe im "Handelsblatt" zurück. Versteckte Zahlungen und verschleierte Provisionen habe es nicht gegeben, sagte dessen Anwalt. Der Manager klage gegen seine Entlassung. Die Staatsanwaltschaft Essen war zunächst nicht zu erreichen.

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