10. August 2017 / 08:59 / vor 12 Tagen

TUI - Boom macht Reiseland Spanien teurer

Tourists on Segways pause in front of the Royal Palace in Madrid, Spain, August 4, 2017.Paul Hanna

Frankfurt (Reuters) - Steigende Preise und volle Strände in Spanien könnten die Urlauber in Europa auf günstigere Reiseländer umschwenken lassen.

"Spanien hat definitiv einen hohen Stand an Tourismus, die Preise sind gestiegen", sagte der Chef von Europas größtem Reisekonzern TUI, Fritz Joussen, am Donnerstag. Davon könnten andere Ziele profitieren, etwa wenn Sonnenhungrige die Kap Verden den Kanarischen Inseln vorziehen. Wegen der Angst vor Anschlägen hatten Touristen in den vergangenen zwei Jahren das östliche Mittelmeer und Nordafrika gemieden und stattdessen in Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland gebucht.

Der Rekordstand des vergangenen Jahres in Spanien werde auch in diesem Jahr wieder erreicht, sagte Joussen. Der boomende Tourismus sei einerseits gut für die Wirtschaft, andererseits aber auch eine Herausforderung für das Land. Die höheren Buchungszahlen für Südwesteuropa oder Karibikziele hätten im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 die rückläufige Nachfrage nach Zielen in der Türkei mehr als ausgeglichen.

TUI PROFITIERT VON HOTELS UND SCHIFFSTOURISMUS

Dank des wachsenden Geschäfts mit Hotels und Kreuzfahrten schrieb TUI erstmals schon nach neun Monaten gegen das übliche Saisonmuster operativ schwarze Zahlen. Im Zeitraum Oktober bis Juni belief sich der bereinigte operative Gewinn (underlying Ebita) auf gut sieben Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von rund 45 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Kreuzfahrtgeschäft sei weniger saisonabhängig als das Kerngeschäft mit Reisebuchungen, erklärte Joussen. Seit Oktober nahm TUI zehn Hotels und zwei Kreuzfahrtschiffe neu ins Angebot.

Der Konzernverlust verringerte sich von Oktober bis Juni um 50 Millionen Euro auf 237 Millionen Euro. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um mehr als elf Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. TUI rechnet nun mit mehr Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr 2016/17: Statt rund drei Prozent erwartet Joussen nun "deutlich mehr" als drei Prozent. Der Gewinn soll trotz der höheren Umsatzerwartung nach wie vor um mindestens zehn Prozent die 1,03 Milliarden Euro des Vorjahres übertreffen. Der an der Londoner Börse notierte Reisekonzern bleibt hier vorsichtig wegen der Pfundschwäche.

Auch Urlaub in Deutschland wird bei Einheimischen und Ausländern immer beliebter. Von Januar bis Juni stieg die Zahl der Übernachtungen um drei Prozent zum Vorjahr auf 205,1 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

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