Jugendliche rauchen weniger -Alkoholkonsum aber weiter sehr hoch

Freitag, 14. November 2008, 19:41 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Jugendlichen in Deutschland rauchen, kiffen und trinken weniger.

Allerdings ist der Alkoholkonsum nach einer am Freitag veröffentlichten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weiter sehr hoch und zum Teil besorgniserregend. Eine Million Jugendliche tränken einmal im Monat exzessiv, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing. Das seien eine Million Jugendliche zu viel.

Zwar nahm der Anteil der Jugendlichen mit regelmäßigem Alkoholkonsum auf 17,4 Prozent von 21,2 Prozent im Jahr 2004 ab. In der Befragung gaben aber ein Fünftel der Jugendlichen an, in den vorangegangenen 30 Tagen mindestens einmal fünf oder mehr Gläser Alkohol getrunken zu haben. Damit sei der Trend zum sogenannten Koma-Saufen weiter ungebrochen. Ebenso bedenklich wie das exzessive Trinken ist laut Bätzing der regelmäßige Konsum von Alkohol. Laut der Erhebung, für die 3000 Jugendliche befragt wurden, nahmen etwa sechs Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen täglich eine als riskant eingestufte Menge Alkohol zu sich. Zwei Prozent trinken so viel, dass sie die für Erwachsenen geltende Grenze zum "gefährlichen Alkoholkonsum" überschreiten. Bei Männern entspricht dies etwa eineinhalb Litern Bier, bei Frauen einem Liter.

Deutlichere Erfolge als beim Kampf gegen Alkoholkonsum habe die Bundsregierung beim Kampf gegen das Rauchen erzielt, sagte Bätzing. Die Zahl der jugendlichen Nichtraucher stieg demnach in den vergangenen vier Jahren von 40 auf 60 Prozent. Dadurch bedingt sei auch der Konsum von Cannabis nach vielen Jahren des Anstiegs rückläufig.

Insgesamt habe die Regierung ihre Ziele im Kampf gegen Tabak- Alkohol und Cannabis-Kosum erreicht, sagte Bätzing. Allerdings müsse mit gezielten Maßnahmen und neuen Konzepten vor allem der Kampf gegen den Alkoholkonsum Jugendlicher intensiviert werden.