Aigner sieht Chance für einheitliche Standards für Finanzberater

Dienstag, 10. März 2009, 15:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sieht gute Chancen für eine Vereinbarung von Mindeststandards für Finanzberater.

In Gesprächen mit Branchenvertretern hätten diese sich offen für eine möglichst gleiche Qualifizierung der Berater gezeigt, sagte Aigner am Dienstag in Berlin während einer Fachkonferenz. Es gebe das Interesse, "einheitliche Standards einzuführen und die Spreu vom Weizen zu trennen".

Die Ministerin sprach sich für eine Mindestqualifikation analog zur Versicherungsbranche aus. Auch die Anreizsysteme für Finanzberater gehörten auf den Prüfstand, sagte die CSU-Politikerin. Auch darüber dächten die Anbieter nach. Es könne nicht sein, dass viele Vermittler nicht von den Bedürfnissen des Kunden sondern von Anreizsystemen gelenkt würden. Möglichkeiten für einen Kompromiss sieht Aigner auch bei der Honorierung der Berater. Als Alternative zu den üblichen Provisionen komme hier eine Vermittlungs- und Beratungsgebühr in Betracht, die der Kunde zu zahlen habe.

Aigner kündigte darüber hinaus an, ihr Ministerium werde kommende Woche eine Checkliste veröffentlichen, die den Verbrauchern wichtige Tipps zur Vorbereitung für ein Beratungsgespräch liefere. Der Kunde könne sich daran orientieren, was er genau mit seiner Geldanlage erreichen wolle und welche Fragen er stellen sollte.

Die Fachkonferenz in Berlin mit 200 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sollte laut Aigner den Startschuss für eine "Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen" geben. "Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher sich durch die Finanzwelt bewegen, brauchen sie einen verlässlichen Routenplaner für die Finanzberatung", sagte sie.

Zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei Finanzberatungen hat das Kabinett kürzlich einen Gesetzentwurf Aigners verabschiedet, der die Verjährungsfrist bei Falschberatungen auf zehn Jahre heraufsetzt und ein ausführliches Beratungsprotokoll vorschreibt.