Belgien warnt Merkel vor deutschem Alleingang bei Opel

Mittwoch, 27. Mai 2009, 10:49 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Die belgische Regierung hat eine europäische Lösung für Opel gefordert und in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem deutschen Alleingang gewarnt.

Es könne nicht sein, dass Deutschland eine Lösung finde und alle anderen Länder mit GM-Standorten folgen müssten, sagte der flämische Ministerpräsident Kris Peeters am Mittwoch im belgischen Rundfunk. "Es darf keine Situation geben, wo der eine den anderen aussticht und in der wir sehen, wie viel Geld Deutschland auf den Tisch legt, und wie viel wir bezahlen können." Peeters hat den Brief zusammen mit Belgiens Ministerpräsident unterschrieben und an Merkel, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und den deutschen EU-Industriekommissar Günter Verheugen geschickt.

Opel hat unter anderem Standorte in Polen, Spanien und Belgien, wo im Werk in Antwerpen rund 2500 Arbeiter beschäftigt sind. In Belgien gibt es Sorgen, dass der Opel-Interessent Magna, der den Erhalt der deutschen Opel-Standorte in Aussicht gestellt hat, das Werk in Antwerpen schließen könnte. An Opel sind neben dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna auch der italienische Hersteller Fiat, der Finanzinvestor RHJ und der chinesische Autokonzern BAIC interessiert. Die Bundesregierung will am Mittwochabend über ihren Favoriten für eine Übernahme von Opel entscheiden. Die endgültige Entscheidung über den Opel-Investor liegt aber bei dem Mutterkonzern GM und der US-Regierung.