Insolvenzverwalter erwarten neuen Pleitenrekord

Mittwoch, 8. Juli 2009, 19:54 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Insolvenzverwalter erwarten in diesem und im nächsten Jahr eine Serie großer Firmenpleiten.

"Die eigentliche Insolvenzwelle kommt erst noch", sagte der Vorsitzende des Verbands der Insolvenzverwalter (VID), Siegfried Beck, am Mittwoch. Der bisherige Rekord von 40.000 Unternehmensinsolvenzen in einem Jahr könnte wenn nicht schon 2009, dann 2010 übertroffen werden. 2008 war 29.300 Firmen das Geld ausgegangen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform geht für dieses Jahr von bis zu 35.000 Pleiten aus.

Im April war die Zahl der Firmenpleiten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 7,1 Prozent auf fast 3000 gestiegen, in den ersten vier Monaten des Jahres waren es fast 10.700.

"Besonders in der Automobilindustrie, Maschinenbau, Bau und Handel werden größere und große Insolvenzen weiter deutlich zunehmen", sagte der Verbandschef voraus. Angesichts massiver und kurzfristiger Auftragseinbrüche könnten oftmals selbst gut aufgestellte Unternehmen den Gang zum Amtsgericht nicht vermeiden. Auch staatliche Hilfen liefen oft ins Leere, weil ihre Prüfung zu lange dauere. Aufsehen erregt hatten zuletzt die Pleiten der Handelskonzerns Arcandor und Woolworth und der Autozulieferer Karmann und Edscha.