DGB will Anspruch auf Arbeitslosengeld I ausweiten

Dienstag, 14. Juli 2009, 15:16 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will den Zugang zum Arbeitslosengeld I erleichtern, um mehr Erwerbslose vor Hartz IV zu bewahren.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach plädierte am Dienstag in Berlin dafür, Arbeitnehmern künftig drei statt nur zwei Jahre einzuräumen, um einen Anspruch auf das reguläre Arbeitslosengeld zu erwerben.

Bisher müssen Erwerbslose binnen zweier Jahre mindestens zwölf Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, um die Stütze zu bekommen. Eine Verlängerung des Zeitraums würde den Kreis der Berechtigten ausweiten. "Dann könnte der Absturz in Hartz IV wenigstens gebremst und vielleicht sogar verhindert werden", sagte Buntenbach. Zu den Kosten sagte sie nichts.

Der DGB bekräftigte die Forderung, den Hartz-IV-Regelsatz von derzeit 359 Euro auf 420 Euro monatlich anzuheben. Durch die Ausweitung branchenspezifischer Mindestlöhne und die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns müsse die "Subventionierung von Lohndumping" gestoppt werden. "Durch die Einführung von Mindestlöhnen würde der Staat Milliarden sparen, die jetzt ungerechtfertigt an die Unternehmen gehen", sagte Buntenbach.