Linkes Lager legt nach Landtagswahlen in Umfragen zu

Freitag, 4. September 2009, 08:19 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Das linke Lager profitiert Umfragen zufolge von den Landtagswahlen vom Sonntag.

Die deutlichste Verschiebung registrierte TNS Emnid: Das Institut sieht Union und FDP gleichauf mit SPD, Grünen und Linkspartei mit je 48 Prozent. Im ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend führt zwar das rechte Lager mit 49 Prozent vor dem linken mit 47 Prozent, allerdings verringerte sich der Abstand. Die Linkspartei legte um einen Punkt auf elf Prozent zu, die FDP verlor einen Punkt auf 14 Prozent. Die Union hielt mit 35 Prozent ebenso wie SPD (23 Prozent) und Grüne (13 Prozent) den Wert der Vorwoche.

Emnid ermittelte für den Sender "N24" einen Zuwachs für die SPD um zwei Punkte auf 26 Prozent. Die Union verlor einen Punkt und kam auf 34 Prozent. Keine Veränderungen ergab die Umfrage für FDP (14 Prozent), Linke (11 Prozent) und Grüne (11 Prozent).

Bei den Landtagswahlen in Thüringen und dem Saarland hatte die CDU zweistellige Verluste erlitten. Auch mit dem Wunschpartner FDP erreicht die CDU in beiden Ländern keine Regierungsmehrheit. Die SPD schnitt ebenfalls schwach ab und konnte nur in Sachsen minimal und in Thüringen leicht zulegen. Daraus leitete die SPD-Führung dennoch ein Aufbruchsignal für die Bundestagswahl in drei Wochen ab. Wahlsieger ist die Linkspartei mit deutlichen Zuwächsen.

ZWEIFEL AN ABSAGE DER SPD AN ROT-ROT

Bei der Frage nach einem Bündnis der SPD mit der Linkspartei auf Bundesebene glaubt eine Mehrheit der Befragten im Deutschlandtrend nicht den Beteuerungen der SPD-Spitze, Rot-Rot sei nach der Bundestagswahl ausgeschlossen. 49 Prozent vertraten die Ansicht, die SPD würde ein derartiges Bündnis eingehen, 43 Prozent gehen davon aus, dass die SPD bei ihrer Ablehnung bleiben wird. Eine klare Mehrheit (56 Prozent) möchte, dass die SPD nach der Bundestagswahl nicht mit der Linkspartei zusammenarbeitet. Dagegen meinen 39 Prozent der Befragten, eine derartige Koalition sollte von den Sozialdemokraten ernsthaft geprüft werden.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier konnte im Deutschlandtrend in der Frage nach den Vorlieben bei einer Direktwahl des Kanzlers Boden gutmachen. Hier legte er um fünf Punkte auf 28 Prozent zu, während Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) fünf Punkte abgab und auf 57 Prozent sank. In der Rangfolge der Politikerzufriedenheit steht Merkel mit einer Zustimmung von 71 Prozent weiter unangefochten vorne. Steinmeier belegt mit 58 Prozent den vierten Platz nach Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Familienministerin Ursula von der Leyen.