Bosbach fordert nach S-Bahn-Überfall mehr Überwachung
Berlin (Reuters) - Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach hat nach der tödlichen Attacke auf einen Geschäftsmann an einem Münchner S-Bahnhof eine stärkere Überwachung in öffentlichen Verkehrsmitteln gefordert.
Die Verkehrsbetriebe müssten in Zügen, Bussen und Bahnen sowie an Haltestellen für mehr Sicherheitspersonal sorgen, sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Ein Allheilmittel sei aber auch das nicht.
Zudem verlangte er Änderungen im Jugendstrafrecht und kündigte an, die Union werde dies nach der Bundestagswahl mit Hochdruck weiterverfolgen. Man dürfe nicht wieder in das alte Muster verfallen, nach einer schrecklichen Tat lautstark Konsequenzen des Gesetzgebers zu fordern, tags darauf vor Überreaktionen zu warnen und schließlich alles beim Alten zu belassen, sagte er.
Zwei vorbestrafte Jugendliche hatten am Samstag einen 50-Jährigen an einem Münchner S-Bahnhof totgeschlagen. Das Opfer hatte sich nach Polizeiangaben in einer S-Bahn schützend vor eine Gruppe jüngerer Jugendlicher und Kinder gestellt, von denen beiden mutmaßlichen Täter bedroht und von ihnen Geld gefordert hätten. Nach dem Aussteigen aus der Bahn verfolgten ihn die Jugendliche und prügelten auf dem Bahnsteig so stark auf ihn ein, dass der Mann wenig später seinen Verletzungen erlag. Die beiden Jugendlichen wurden inzwischen wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft genommenen.
© Thomson Reuters 2010 Alle Rechte vorbehalten.

