Merkel will mehr Polizei und Videokameras an Bahnhöfen

Samstag, 19. September 2009, 16:31 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Nach dem tödlichen Angriff jugendlicher Schläger in der Münchner S-Bahn plädiert Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine Ausweitung der Videoüberwachung und eine stärkere Polizeipräsenz im öffentlichen Raum.

"Die öffentliche Sicherheit ist ein genauso hohes Gut wie die soziale Sicherheit", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Es führe kein Weg daran vorbei, bei der Personalstärke von Polizei und Bundespolizei zuzulegen, sagte die Kanzlerin. Die Sicherheitskräfte müssten Präsenz zeigen. Nur mit einer Ausweitung auch der Videoüberwachung an Bahnhöfen könne ein rechtzeitiges Eingreifen der Polizei ermöglicht werden.

Merkel sprach sich für eine Debatte darüber aus, heranwachsende Täter häufiger nach dem Erwachsenenstrafrecht statt dem milderen Jugendstrafrecht zu verurteilen. Sie lehnte aber die Forderung nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts ab, wie es auch aus der Schwesterpartei CSU gefordert wird. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann forderte in einem Brief an Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, eine flächendeckende Videoüberwachung in S-Bahnen und -Bahnhöfen.

Zwei vorbestrafte Jugendliche hatten am vergangenen Samstag am S-Bahnhof Solln im Süden Münchens einen 50-jährigen Mann totgeschlagen, der sich schützend vor eine Gruppe jüngerer Jugendlicher und Kinder gestellt hatte.