Nato-Chef fordert stärkeren deutschen Beitrag in Afghanistan

Dienstag, 3. November 2009, 19:37 Uhr
 

Brüssel (Reuters) - Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat zum Antrittsbesuch von Außenminister Guido Westerwelle von Deutschland ein größeres Engagement in Afghanistan gefordert.

"Wann immer ich politische Verbündete der Mitgliedstaaten treffe, spreche ich mit ihnen über Truppen, weil wir weitere Beiträge zu unserer Mission in Afghanistan brauchen", sagte Rasmussen am Dienstag nach dem Treffen mit Westerwelle im Nato-Hauptquartier in Brüssel. Zudem müssten die Anstrengungen bei der Ausbildung der afghanischen Soldaten und Polizisten verstärkt werden, damit das Land in die Lage versetzt werde, selbst für Sicherheit zu sorgen. "Ich dränge die Alliierten, ihre Beiträge zum Training zu verstärken", sagte Rasmussen.

Westerwelle verwies auf die Diskussionen über die Mitte Dezember anstehende Verlängerung des Afghanistan-Mandats für die Beteiligung der Bundeswehr am Isaf-Einsatz der Nato. Dieser wolle er nicht vorgreifen. "Wir wollen den zivilen Aufbau, wir wollen die selbsttragende Sicherheit. Aber wir wissen auch, ohne den Schutz der Soldaten und Soldatinnen gäbe es keine Chance für den zivilen Aufbau", sagte Westerwelle.

Über eine Aufstockung des deutschen Kontingents am Hindukusch will die Bundesregierung erst nach der internationalen Afghanistan-Konferenz Anfang 2010 entscheiden. Derzeit sind rund 4000 Bundeswehr-Soldaten an dem Einsatz der insgesamt rund 100.000 internationalen Streitkräfte beteiligt. Vor allem die USA drängen die europäischen Nato-Verbündeten zu einer Aufstockung der Einsatzkräfte. Nach Einschätzung des obersten Kommandeurs der US- und Nato-Truppen in Afghanistan sind bis zu 40.000 weitere Soldaten nötig, um eine Niederlage gegen die radikal-islamischen Taliban zu verhindern.