Merkel erwägt Teilnahme an Klimagipfel von Kopenhagen
Berlin (Reuters) - Rund 40 Staats- und Regierungschefs planen nach Angaben der Vereinten Nationen, am Weltklimagipfel in Kopenhagen teilzunehmen.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte Mitte Dezember in die Verhandlungen eingreifen, die formal den Umweltministern von über 190 Staaten vorbehalten sind. Die Kanzlerin habe sich den Termin frei gehalten, aber noch nicht entschieden, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans am Freitag in Berlin. Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte bei einer Vorbereitungskonferenz in Barcelona, etwa 40 Staats- und Regierungschefs hätten ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert.
De Boer plädierte für eine offizielle Einladung an alle, um den Verhandlungen mehr Schwung zu geben. Der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen als Gastgeber hat diese bislang aber noch nicht ausgesprochen. Unter anderem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown wollten kommen, sagte de Boer.
VERHANDLUNGEN VOR KOPENHAGEN STOCKEN
Die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für den Klimaschutzpakt von Kyoto, der 2012 ausläuft, sind ins Stocken geraten. Auch bei einem weiteren Vorbereitungstreffen in Barcelona gab es am Freitag kaum Fortschritte. Beim entscheidenden Gipfel in Kopenhagen im wird daher nicht mehr mit einem fertigen Vertrag gerechnet. Die EU und auch Merkel setzen aber weiter auf bindenden Verpflichtungen der Industrie- und Schwellenländer.
In Barcelona warfen vor allem Vertreter von Entwicklungsländern den Industrienationen nun vor, sie wollten Entscheidungen verzögern. Strittig sind vor allem Kürzungen des Ausstoßes von Treibhausgas nach 2020 sowie Hilfen für Entwicklungsländer, um sich auf den Klimawandel einzustellen und ihre Kohlendioxid-Emissionen zu dämpfen.
Kanzlerin Merkel hatte am Dienstag bei ihrer Rede vor dem US-Kongress an die Vereinigten Staaten appelliert, sich zu bewegen und so China und Indien mitzuziehen. Die USA hatten sich dem Kyoto-Vertrag nicht unterworfen. Ein Klimaschutzgesetz wird derzeit im US-Senat vor allem von den Republikanern blockiert.
© Thomson Reuters 2009 Alle Rechte vorbehalten.

