Sturmtief Daisy sorgt für Schneechaos in Norddeutschland

Sonntag, 10. Januar 2010, 16:58 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Mit starken Schneefällen, Schneeverwehungen und Sturmfluten hat das Tief "Daisy" am Sonntag im gesamten Norden Deutschlands für chaotische Verhältnisse gesorgt.

In Schleswig-Holstein etliche Dörfer von der Außenwelt abgeschlossen. Bei Lübeck und auf der völlig eingeschneiten Ostseeinsel Fehmarn drohten am Sonntag Nachmittag die Deiche zu brechen. Es seien bereits erste Risse an den Deichen aufgetreten, berichteten Polizeisprecher. Hilfskräfte seien dabei, die Deiche zu sichern. Für die gesamte Ostseeküste gabe es Hochwasserwarnungen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde nach 30 Neuschnee zunächst in zahlreichen Landkreisen und dann landesweit am Sonntag Katastrophenalarm ausgerufen. Auf der Autobahn 20 saßen Autofahrer stundenlang im Schnee fest und mussten mittels Tiefladern befreit werden, weil auch normale Räumfahrzeuge nicht mehr vorankamen. Für Montag kündigte die Landesregierung schulfrei an. Auch der Bahnverkehr kam im ganzen Norden am Sonntag weitgehend zum Erliegen. Hunderte Züge vielen aus.

Dagegen blieb das übrige Deutschland am Wochenende von dem seit Tagen befürchteten Schneechaos weitgehend verschont. Das Tief "Daisy" sorgte im Süden und im mittleren Deutschland dennoch für zahlreiche Behinderungen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt fiel am Samstag nach Angaben eines Sprechers jeder fünfte Flug aus. Am Sonntag entspannte sich die Lage.

"Wir kämpfen gegen Windmühlen"

Auf der Insel Fehmarn waren nach Angaben der Fehmarner Stadtverwaltung rund 5000 Einwohner in den Schneemassen eingeschlossen. Lediglich die Europastraße zum Fährhafen Puttgarden E47 sei geräumt. Der Fährbetrieb war allerdings eingestellt. Ein Stromausfall am Vormittag sei relativ schnell wieder behoben worden. Problem seien die bis zu zwi Meter hohen Schneeverwehungen. Es sei von der Bundeswehr zusätzliches Räumgerät im Einsatz. "Aber wir kämpfen gegen Windmühlen", sagte Burkhard Nass. Freigeräumte Strecken würden umgehend wieder von Schneemassen bedeckt.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes traf das von Süden her über Deutschland ziehende schneehaltige Tief "Daisy" im Norden mit dem Hoch "Bob" aus Skandinavien zusammen. Dies werde auch in den kommenden Tagen weiterhin für frostige Temperaturen sorgen und Deutschland fest im Griff behalten.

Nach Angaben der Deutschen Bahn waren am Sonntag vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Regionalbahn-Linien wegen Schneeverwehungen eingestellt. Drei Personenzüge hatten sich in Mecklenburg-Vorpommern im Schnee festgefahren. Alle Passagiere waren aber in Sicherheit gebracht worden.

Auch weite Teile der Autobahn A20 in Mecklenburg-Vorpommern waren noch am Mittag lahmgelegt, weil sie Fahrzeuge quer gestellt hatten. Insgesamt steckten mehrere hundert Autos im Schnee fest. Bis zum Mittag konnten Rettungskräfte einige hundert Insassen aus den Fahrzeugen holen.   Fortsetzung...

 
<p>Eine Verkehrssperre blockiert den Zugang zur A20 nahe L&uuml;beck am 10. Januar 2010. REUTERS/Morris Mac Matzen</p>