Ministerin signalisiert Entgegenkommen im Stuttgart-21-Streit

Dienstag, 5. Oktober 2010, 07:49 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Im Streit über den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs hat Baden-Württembergs Verkehrsministerin Tanja Gönner den Gegnern des Projekts Entgegenkommen signalisiert.

So werde es am Südflügel des Gebäudes vorerst keine weiteren Abrissarbeiten geben, sagte die CDU-Politikerin am Montagabend im ZDF. "Das ist ein Signal", fügte die Ressortchefin hinzu. Der Südflügel sei für den Baufortschritt nicht nötig. Einen kompletten Baustopp lehnte Gönner jedoch ab.

Am Abend hatten erneut Tausende gegen den Umbau des Hauptbahnhofes demonstriert. Die Kundgebung blieb friedlich. Die Veranstalter sprachen von rund 55.000 Teilnehmern, die sich am Schlossgarten in der Innenstadt versammelt hätten. Die Polizei machte zunächst keine Angaben über die Teilnehmerzahl. Die nächste Großdemonstration gegen das milliardenschwere Bahn-Projekt Stuttgart 21 ist für Samstag in der baden-württembergischen Landeshauptstadt geplant. Bei der gewaltsamen Räumung des Schlossgartens durch die Polizei waren am Donnerstag bis zu 400 Menschen verletzt worden.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin forderte als Bedingung für den Einsatz eines Schlichters einen Baustopp. Eine ehrliche und glaubwürdige Vermittlung dürfe sich nicht den Interessen einer der Konfliktparteien unterordnen, sondern müsse ergebnisoffen sein, sagte Trittin der "Rheinischen Post". Die FDP hatte vorgeschlagen, in dem Streit einen Vermittler einzuschalten.

 
<p>Demonstrantin auf einer Protestaktion gegen das umstrittene Bahnprojekt "Stuttgart 21" am 4. Oktober 2010 in Stuttgart. REUTERS/Michaela Rehle</p>