Merkel ruft Demonstranten gegen Atommüll zur Besonnenheit auf

Samstag, 6. November 2010, 14:05 Uhr
 

Bonn (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Gegner der Castor-Transporte zur Besonnenheit aufgerufen.

"Ich sage ausdrücklich, Demonstrieren ist eine der schönsten Freiheiten, die eine freiheitliche Gesellschaft mit sich bringt", sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag auf dem Landesparteitag ihrer Partei in Bonn. Die Proteste müssten aber friedlich bleiben. Es gebe auch Grenzen. "Was so harmlos daherkommt, Entschottern, das ist keine friedliche Demonstration, sondern eine Straftat", fügte sie hinzu. SPD und Grünen warf Merkel vor, sich über zehn Jahre durch den Verzicht auf die Erkundung eines Endlagers im niedersächsischen Gorleben vor der Verantwortung gedrückt zu haben.

Der aus Frankreich kommende Castor-Transport wurde am Samstag in Deutschland erwartet. Am Sonntag sollte er im Wendland eintreffen. Die elf Container enthalten insgesamt 154 Tonnen hochradioaktiven Müll aus deutschen Atomkraftwerken. In Dannenberg im Wendland begann am Samstagmittag eine Großdemonstration, zu der die Veranstalter bis zu 40.000 Atomkraftgegner erwarteten. Die Polizei ist mit rund 17.000 Beamten im Einsatz.