Zeitung: Immer mehr deutsche Soldaten traumatisiert

Mittwoch, 10. November 2010, 08:03 Uhr
 

Berlin (Reuters) - In Deutschland sind so viele Bundeswehr-Soldaten traumatisiert wie noch nie seit Beginn der Auslandseinsätze.

Die Zahl der Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen sei in den ersten drei Quartalen auf 483 gestiegen, berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Statistiken des Trauma-Zentrums der Bundeswehr. Das seien mehr Behandelte als im gesamten vergangenen Jahr. 2007 hätten lediglich 149 Soldaten wegen Traumata einen Arzt aufgesucht. Am Mittwoch wollte das Bundeskabinett über die Auslandseinsätze der Bundeswehr beraten.

"Der Behandlungsbedarf ist im Laufe der Jahre gewachsen", sagte der Psychiater am Bundeswehr-Krankenhaus, Peter Zimmermann, der Zeitung. Einsatzdruck und Einsatzbelastung seien gestiegen, aber auch die Bereitschaft, sich in Behandlung zu begeben, sei größer geworden. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, bemängelte, es gebe zu wenig Therapeuten.

 
<p>Bundeswehr-Soldaten während eines Besuchs von Bundespräsident Wulff in einem Trainingszentrum am 27. Oktober 2010 in Hammelburg. REUTERS/Kai Pfaffenbach</p>