CDU und SPD fremdeln - Schwarz-Grün und Rot-Gelb erwogen

Sonntag, 23. Januar 2011, 12:53 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Sowohl CDU als auch SPD liebäugeln mit Partnern jenseits ihrer Wunschkandidaten für künftige Koalitionen.

Trotz der jüngsten Absage von CDU-Chefin Angela Merkel an ein Bündnis mit den Grünen und des Bruchs der schwarz-grünen Koalition in Hamburg hält ihr Stellvertreter Norbert Röttgen dies nicht für undenkbar. "Schwarz-Grün ist schon deshalb nicht tot, weil über die Möglichkeiten von Koalitionen nicht zuletzt die Bürger mit ihren Stimmen entscheiden", sagte der NRW-CDU-Chef der "Bild am Sonntag". Zwar gebe es große politische Unterschiede. Diese seien aber nicht unüberwindbar. Bislang befürwortet die Union Koalitionen mit der FDP, während die SPD in den Grünen den Wunschpartner sieht.

SPD-Chef Sigmar Gabriel brachte nun auch Bündnisse mit den Liberalen ins Spiel. "Natürlich sind sozialliberale Bündnisse grundsätzlich denkbar", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". In diesem Jahr werden sieben Landesregierungen neu gewählt. Den Auftakt macht im Februar Hamburg, im März wird in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gewählt. Im Mai folgt Bremen, im September stehen Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an.

Als einzige Partei konnte die SPD im "Sonntagstrend" der "Bild am Sonntag" in der Wählergunst zulegen. Nach der Emnid-Umfrage lagen die Sozialdemokraten bei 27 Prozent und erreichten damit einen Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Alle übrigen im Bundestag vertretenen Parteien verharrten auf den Werten der Vorwoche. CDU/CSU kamen auf 35 Prozent, die Liberalen auf fünf, Grüne auf 19 und die Linke auf neun Prozent.

Emnid befragte für den "Sonntagstrend" insgesamt 4256 Wahlberechtigte.