Bayerischer Umweltminister für neue Debatte über Atomsicherheit

Montag, 14. März 2011, 07:22 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Nach der Atomkatastrophe in Japan hat sich der bayerische Umweltminister Markus Söder für eine Diskussion über die Sicherheit von Kernreaktoren in Deutschland ausgesprochen.

Man brauche eine grundlegende Debatte über alle Risiken und Schutzmechanismen, sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). Auf die Frage nach längeren Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke antwortete Söder dem Blatt zufolge: "Japan verändert alles. Auch bei mir. Daher ist es ist in Ordnung, wenn man die eigenen Positionen hinterfragt." Die Laufzeitverlängerung sei nur vertretbar, wenn Sicherheit absolute Priorität vor Wirtschaftlichkeit habe.

Zugleich plädierte Söder dafür, in Deutschland schneller auf erneuerbare Energie umzusteigen als bislang geplant. "Wir waren nie Kernkraft-Fetischisten. Wir haben immer gesagt: Laufzeitverlängerung ja - aber nicht unendlich." Deutschland könne den vollständigen Übergang aber jetzt noch nicht schaffen. Energiepolitisch gebe es keine seriöse Alternative zur Verlängerung der Laufzeiten. "Ich möchte nicht, dass wir am Ende abhängig sind von Kernkraftwerken in Tschechien und Osteuropa."