BDI: Schnappauf tritt nach Brüderle-Protokollaffäre zurück

Freitag, 25. März 2011, 14:09 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Werner Schnappauf, zieht die Konsequenzen aus der Protokoll-Affäre um Wirtschaftsminister Rainer Brüderle.

"Werner Schnappauf stellt sein Amt ... auf eigenen Wunsch zum 31. März 2011 zur Verfügung", teilte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Freitag mit. "Ich übernehme die politische Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion, an der ich persönlich nicht beteiligt war, um möglichen Schaden für das Verhältnis von Wirtschaft und Politik abzuwenden", begründete Schnappauf seinen Schritt.

BDI-Präsident Hans-Peter Keitel begrüßte dies. "Ich zolle Werner Schnappauf hohen Respekt für seine Entscheidung und danke ihm ausdrücklich für die seit November 2007 geleistete vertrauensvolle und erfolgreiche Arbeit." Schnappauf werde für den BDI weiter Gremienmandate wahrnehmen und den Verband beraten. Seine bisherigen Amtsaufgaben würden bis auf weiteres die Mitglieder der Hauptgeschäftsführung des BDI, Dieter Schweer und Stefan Mair, wahrnehmen.

Auslöser des Rücktritts war, dass das Protokoll eines BDI-Gesprächs mit Wirtschaftsminister Brüderle in die Öffentlichkeit gelangt war. Das Protokoll war von Schnappauf abgesegnet worden. Danach soll Brüderle das Moratorium des Bundesregierung für die Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten nach der Katastrophe in Japan mit den anstehenden Landtagswahlen in Zusammenhang gebracht haben und diese Entscheidung der Regierung als nicht rational bezeichnet haben. Anschließend musste Schnappauf aber eingestehen: "Es liegt ein Protokollfehler vor. Die Äußerung des Bundeswirtschaftsministers ist falsch wiedergegeben worden." BDI-Präsident Keitel hatte sich für den Vorfall bei Brüderle telefonisch entschuldigt.