Unionsfraktion dementiert Bericht zu EFSF-Hebelung

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 07:48 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Unionsfraktion im Bundestag hat einen Zeitungsbericht dementiert, demzufolge sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für eine Hebelung des Euro-Rettungsschirms auf 1000 Milliarden Euro ausgesprochen hat.

Schäuble habe bei der Fraktionssitzung und bei der Fraktionsvorstandssitzung keine Zahl genannt, sondern nur darauf verwiesen, dass in der EU-Kommission Modelle durchgerechnet würden, sagte Fraktionssprecher Ulrich Scharlack am Dienstagabend. Ein anderer Teilnehmer bestätigte, dass die Summe von 1000 Milliarden Euro bei dem Treffen nicht genannt worden sei.

Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor berichtet, Schäuble habe vor Abgeordneten der schwarz-gelben Koalition als Zielmarke die Summe von maximal 1000 Milliarden Euro genannt, die der EFSF künftig insgesamt stemmen können solle. Der Hebel solle in Form einer Versicherung für Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten in die EFSF-Richtlinien eingebaut werden, erläuterte Schäuble dem Zeitungsbericht zufolge weiter.

Zudem gab es auch keine Bestätigung für einen Bericht des britischen "Guardian", Deutschland und Frankreich stünden vor einer Einigung auf eine Hebelung des EFSF auf zwei Billionen Euro. Reuters hatte bereits im Tagesverlauf erfahren, dass sich in dem Streit über eine Hebelung der EFSF-Mittel als einzige Lösung ein Versicherungsmodell bei der Ausgabe neuer Staatsanleihen abzeichnet. Auf diese Weise könnte der Fonds mit einem Einsatz von beispielsweise 100 Milliarden Euro eine Finanzierung von 300 bis 500 Milliarden Euro sicherstellen, hieß es.

 
<p>German finance minister Wolfgang Schauble listens at Chatham House in central London October 17, 2011. REUTERS/Olivia Harris</p>