Schäuble: Schuldenkrise ist in den Griff zu bekommen

Samstag, 10. Dezember 2011, 12:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Mit den Beschlüssen des EU-Gipfels hat die Euro-Zone Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zufolge gute Chancen, die Schuldenkrise zu bewältigen.

Er sei sicher, dass mit den vereinbarten, weitreichenden Maßnahmen zur institutionellen Reform der Europäischen Währungsunion die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen sei, schrieb Schäuble in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenmagazin "Focus". Wenn die Europäer es schafften, gemeinsam zu handeln, könne die Globalisierung in ihrem Sinne beeinflusst werden und so auch gemeinsame, verbindende Werte verteidigt werden. "Leider kommt dieser überragende Aspekt - der Euro als Ausprägung der europäischen Integration - in den täglich Diskussionen über Rettungsschirme, Renditen und Ratings oftmals zu kurz."

Bei dem EU-Gipfel einigten sich die Länder nach einer Marathonsitzung am Freitag auf einen neuen Pakt mit strikteren Regeln zum Schuldenabbau und engerer wirtschaftspolitischer Koordination. Der Sparverpflichtung der 17 Euro-Staaten schlossen sich neun der zehn Nicht-Euro-Länder in der EU an, Großbritannien jedoch nicht. Zudem soll der ständige Rettungsmechanismus ESM vorgezogen, allerdings nicht aufgestockt werden. Damit soll die Schuldenpolitik der Vergangenheit beendet werden. Die hohen Schulden einzelner Staaten und deren geringe Wettbewerbsfähigkeit sei das Problem, nicht der Euro, schrieb Schäuble. Der Euro sei eine stabile und deshalb gute Währung. "Seitdem wir den Euro haben, sind die Preise weniger stark angestiegen als zu DM-Zeiten und der Außenwert des Euro, der sich in seinem Wechselkurs widerspiegelt, ist trotz der Schuldenkrise im Euroraum auffallend stabil."

 
<p>German Finance Minister Wolfgang Schaeuble attends a joint news conference with French Economy Minister Christine Lagarde after a Franco-German Economic and Financial Council at the Economy Ministry in Paris July 21, 2010. REUTERS/Benoit Tessier (FRANCE - Tags: POLITICS BUSINESS)</p>